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Amulett des Scheinlebens
von Loreseeker

Für Uneingeweihte sieht dieses von Priestern Chemoshs erschaffene Amulett aus wie ein vertrockneter, zusammengeschrumpelter Fleischklumpen.
Tatsächlich handelt es sich um ein Herz, das in einem Chemosh gewidmeten Ritual aus der Brust eines intelligenten Lebewesens herausgeschnitten wurde. Dabei wird ein Teil der Lebensenergie des Opfers in dem Herzen eingeschlossen. Es heißt, daß das Opfer ein williger Anhänger des Gottes des Untodes sein muß. Der Körper des Opfers wird gewöhnlich als Zombie „reanimiert“, manchmal erhebt er sich jedoch auch auf Chemoshs direkten Geheiß als ein mächtigerer Untoter. Die Magie des Rituals gibt dem Amulett die Fähigkeit, Untoten einen „lebendigen“ „Scheinkörper“ zu verleihen. So kann sich ein untoter Träger des Amulettes unter den Lebenden bewegen, ohne als Untoter erkannt zu werden.

Informationen für den Spielleiter:

  1. Das Amulett ist grabeskalt, ein Lebewesen, das es zu lange berührt, läuft Gefahr, sich Erfrierungen zu holen.
  2. Das Amulett hat eine starke magische Ausstrahlung (Nekromantie). Bei dem „lebenden“ Körper ist mit dem Zauber „Magie entdecken“ jedoch keinerlei magische Ausstrahlung festzustellen.
  3. Das Amulett des Scheinlebens kann Untoten, die es tragen, einen lebendigen Körper ihrer Art verleihen. In diesem haben sie alle Eigenschaften eines Lebenden, und keine der Eigenschaften ihres eigentlichen – untoten – Körpers (wie z. B. besondere Immunitäten). Der Spielleiter braucht also zwei verschiedene Versionen eines untoten NSCs, der sich dieses Amulettes bedient. Eine „lebendige“ und eine Untote Variante.
    Um in den „lebenden“ Körper zu „schlüpfen“, muß der Untote sich auf die dem Amulett innewohnenden Energien konzentrieren, und sich an das Leben erinnern, das Atmen, die Wärme, das pochende Herz, das durch die Adern fließende Blut, ...
    Dies ist ohne Verstand nicht möglich. Untote, die keine Intelligenz besitzen, können das Amulett also nicht verwenden.
    Außerdem wirkt die Magie des Amulettes nicht bei Untoten, denen gewissermaßen „ewiges Leben“ „geschenkt“ wurde (also eine Existenz, die der der Lebenden sehr nahe kommt, wie beispielsweise die der Vampire).
    Trotz daß der Körper „lebt“, und somit auch empfindungsfähig ist, bleiben dem Untoten die Genüsse eines tatsächlich Lebenden weitgehend versagt, da er im Geist, Denken und Fühlen untot bleibt und er auch in dem „lebenden“ Körper nur ein Echo dessen fühlt, was ein echter Lebender erfährt.
  4. Der Träger kann sich jederzeit in seine eigentliche Gestalt zurückverwandeln, hierzu ist keine Konzentration nötig.
  5. Verletzungen des „lebenden“ Körpers übertragen sich nicht auf den echten Körper des Trägers, d. h. die Trefferpunkte des „Scheinkörpers“ beeinflussen die Trefferpunkte des echten Körpers nicht.
  6. Wird der „lebende“ Körper tödlich verletzt, stirbt der Träger jedoch nicht, sondern sein wahrer Körper kommt – unbeeinträchtigt durch die Verletzungen des „Scheinkörpers“ – zum Vorschein.
    Das Amulett hingegen verliert dadurch allerdings einen Teil seiner Kraft und es bedarf dem Blut eines neuen – diesmal auch unfreiwilligen – Opfers, damit das Amulett wieder einen „Scheinkörper“ zu verleihen vermag.
  7. Nahrung, die der „lebende“ Körper aufnimmt, stillt nicht den Hunger eines Trägers, den es beispielsweise nach Blut, Fleisch, oder Lebensenergie der Lebenden dürstet. Solch ein Hunger bleibt dem Träger auch im „lebenden“ Körper – in ein wenig verringerter Stärke – erhalten.
  8. Das Erscheinungsbild des „lebenden“ Körpers ähnelt dem Aussehen des „Spenders“ des Herzens, wird aber auch vom ehemaligen Aussehen des Trägers beeinflußt. Wie unter 3. erwähnt, handelt es sich – unabhängig vom „Spender“ – , immer um einen Körper der Art Lebewesen, der der Träger einst angehörte.
  9. Der Träger kann mit Hilfe des Blutes von zu diesem Zweck ermordeten, vernunftbegabten Lebewesen das Erscheinungsbild seines „lebenden“ Körper leicht verändern. Dabei sind je Opfer nur kleine Änderungen, wie z. B. an den Gesichtszügen, der Haar-, der Haut-, oder der Augenfarbe, möglich. Der Träger kann beispielsweise die Gesichtszüge seines Opfers mit denen seines bisherigen „lebenden“ Körpers, oder dessen Hautfarbe mit der „eigenen“ vermischen, u.ä.

Mit diesem Amulett ausgestattete untote Nichtspielercharaktere eignen sich z. B. für den Einsatz als Attentäter, oder auch als gewöhnliche Mörder, die die Spielercharaktere im Namen des Gesetzes aufspüren müssen ... und sich dann aber – wenn man ihnen überhaupt auf die Spur kommt – als etwas viel schlimmeres als gedacht, entpuppen.

Auch als sog. „Zufallsbegegnung“ kann ein solcher Untoter genutzt werden. So mag sich ein scheinbar harmloser alter Mann, der einer Gruppe Abenteurer abends am Lagerfeuer begegnet, als furchterregender Untoter entpuppen, etc.

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