Abenteuer • Suche in Eismeer

Suche in Eismeer
(by Aliandra)

1. PLATZ BEIM DL STORYIDEEN WETTBEWERB '03

Weiß, wohin man sieht. Gleißendes Licht blendet die Augen, macht sie fast blind.
Weiß ist die alles beherrschende Farbe in Eismeer. Weiß scheint der Himmel, selbst die fahle Mittagssonne bringt keine Farbe und keine Wärme.
Weit im Hinterland, wo schon seit Menschengedenken niemand mehr gewesen ist, liegt ein einsamer Ort. In alten Tagen geschahen dort seltsame Dinge, man erzählte sich, das Eis begänne zu schmelzen, schwarze und giftiggrüne Blumen von groteskem Aussehen wüchsen dort und die Luft sei erfüllt von einem schweren übelerregendem Duft. Wer den Ort gesehen hatte, kehrte zurück, doch beraubt seiner Erinnerungen, alles, an was sich diese bedauernswerten Kreaturen noch erinnern konnten, waren diese seltsamen Blumen. Die meisten starben innerhalb weniger Tage nach ihrer Rückkehr einen furchtbaren von Horrorträumen begleiteten Tod. So geschah es, das selbst die verwegenen Jäger des kalten Landes sich nicht mehr dorthin trauten und so geriet dieser Ort im Laufe der Zeit in Vergessenheit.
Viele Generationen später gab es aus allen Teilen Krynns seltsame Gerüchte.
Die sonst so verschlossenen Elfen wandten sich an die Gemeinschaft der Magier und nach ihnen folgten weitere Gesandte aller Völker. Sie alle berichteten von ähnlichen Vorfällen.
Ein Nachkomme der höchsten Häuser der Völker sei betroffen, klagten sie.
Bei den Elfen hatte es einen Sohn der Stimme der Sonnen getroffen, die Menschen fürchteten um einen der höchsten Ritter von Solamnia, die Zwerge, die Minotauren, die Oger, selbst die sonst so furchtlosen Kender hatten Gesandte geschickt.
Angefangen hatte alles mit einem süßen Duft, der abends plötzlich mit dem Wind gekommen war und im Laufe der Nacht war dieser Duft so stark geworden, das niemand mehr schlafen konnte.
Am nächsten Morgen waren die Betroffenen in ihren Häusern gefunden worden, mit schreckgeweiteten Augen, starren Gesichtern und unfähig, mit jemandem zu reden. Doch das Seltsamste und Besorgniserregendste sei die schwarze Blüte, die sie seit dieser Nacht auf der Stirn trügen. Wie ein Brandmal sähe sie aus, nichts konnte sie entfernen.
Einige Tage später hatten alle angefangen von einem weit entfernten Land zu fantasieren, hinter den Grenzen Krynns sollte es liegen, tief verborgen im Lande Eismeer.
Der Drang dorthin zu gelangen, trieb sie fort aus ihrer Heimat, nichts konnte sie zurückhalten.
Nichts hätten sie mitgenommen, wie Wahnsinnige wären sie aufgebrochen, immer erzählend von seltsamen Blumen und einem Herrn, der sie gerufen habe.
Lange berieten die Magier, befragten ihre Bücher, suchten in uralten verstaubten Schriften, bis sie dann doch einen winzigen Hinweis fanden, der vielleicht helfen könnte.
Von einem Jäger aus Eismeer war dort die Rede, der vor Menschengedenken in den Turm der Magier kam. Er hatte von seltsamen Blumen berichtet, die er in Eismeer gesehen hatte. Viele Monate hatte er in Fieberträumen immer wieder von einem seltsamen Mann geträumt, der mit diesen Blumen in Zusammenhang stand.
Als er wieder zu Kräften kam, hatte er ein schwarzes Mal auf der Stirn, wie eine jener Blumen. Alle seine Nachkommen trügen dieses Mal, hatte er den Magiern berichtet.
Diese Nachkommen, die mit der schwarzen Blüte gezeichnet waren, tauchten noch mehrfach in den Schriften der Magier auf und auch in der jüngsten Geschichte wurde ein Bericht über einen Jäger gefunden, der in Eismeer aufgewachsen war, ein Hüne von Gestalt, und, was für einen Jäger sehr ungewöhnlich war, mit der Gabe der Vorsehung ausgestattet. Arijaguk war sein Name.
Er hatte sich einen Namen damit gemacht, das er Felle von Tieren verkaufte, die kein Mensch auf Krynn je gesehen hatte, aber sie mußten riesig sein.
Arijaguk, so hieß es in den Schriften, verschwand mehrere Male im Jahr weit im Hinterland von Eismeer und wenn er zurückkehrte, brachte er diese Felle mit und verkaufte sie an die Händler. Niemand wußte, wo er diese Tiere jagte und der Jäger gab vor, er wisse nicht, woher sie stammten.
Die Magier berieten sich mit den Abgesandten der Völker und es wurde beschlossen, eine Gruppe Männer nach Eismeer zu schicken, sie sollten Arijaguk finden und die vermißten Personen und herausfinden, was es mit den seltsamen Berichten von den Blumen und einem Mann auf sich hatte.
Also wurde aus jeder Gesandschaft ein Krieger ausgewählt, der der Gruppe angehören sollte.
Die Kender stritten eine Weile, denn an so einem Abenteuer wollten natürlich alle teilnehemn, doch dann hatten auch sie einen der Ihren gewählt.
Außerdem erklärte sich eine rote Robe des Turms bereit, die Gruppe zu begleiten.
Es wurde beschlossen, die Gruppe mit warmer Kleidung, Nahrung für viele Tage und den vielen anderen Dingen, die notwendig waren auszustatten.
Der Magier lernte im Laufe der Nacht ein paar Sprüche, die die Gruppe sicher und schnell über das Meer bringen sollten und als am nächsten Morgen die ersten Strahlen der Sonne die Außenmauern des Turms berührten, brachen die Abenteurer auf.

Die Aufgabe besteht nun darin, den Weg nach Eismeer hinter sich zu bringen, was mit Hilfe des Magiers ein Leichtes werden sollte.
Findet Arijaguk, vielleicht kann er auf der Suche nach den Vermißten helfen, und er weiß sicher etwas über die Blumen.
Was hat es damit auf sich, und warum wurde von jeder Rasse Krynns ein Angehöriger nach Eismeer gerufen?

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