Abenteuer • Drachenfutter

Drachenfutter
(by Ilya)

"Drachenfutter, nichts als Drachenfutter" dachte ich mir insgeheim, während ich die Gruppe betrachtete, die vor mir lief. Sie bestand aus 4 Magiern, 2 Klerikern und 7 Kriegern. "Findet und tötet die abtrünnigen Magier!" hatte Par Salian gesagt. Und nun waren wir hier. Irgendwo in Blöde verfolgten wir zwei Magier, die es vorgezogen hatten, ihre Prüfungen nicht abzulegen. - Ich, ich bin eine junge rote Robe. Ich hatte erst zwei Jahre zuvor meine Prüfung gemacht. Wie mir später erzählt wurde, war das genau zu dem Zeitpunkt, als Raistlin Majere, der später als Held der Lanze berühmt wurde, auch seine Prüfung ablegte. All das ist inzwischen dreißig Jahre her. Ich möchte euch allerdings nicht mit meiner Geschichte langweilen.

Die Krieger hatten wir nur dabei, um die beiden Abtrünnigen zu beschäftigen. Nicht dass das viel Unterschied machen würde. Es würde ein harter Kampf werden und sie waren ja nur Krieger. Deshalb bemitleidete ich die Krieger. Den anderen Magiern schien das nicht viel auszumachen, denn sie scherzten untereinander. Wir waren 2 weiße und 1 schwarze Robe. Die Kleriker waren als Unterstützung und zum Heilen dabei. Beide verehrten Mishakal und bildeten eigentlich eine Gruppe für sich.
Wir waren drei Wochen unterwegs, ohne auch nur auf eine Spur dieser Magier zu stoßen. Stattdessen waren da nur Oger und eine Gruppe Drakonier. Aber mit denen waren wir leicht fertiggeworden. "Wir schlagen hier unser Lager auf" rief mir die weiße Robe, die die Führung dieser Expedition innehatte, zu. Die Ritter verteilten die Wachen und zwei von ihnen gingen raus, um etwas essbares zu jagen. Einige Zeit später schliefen die anderen Magier sowie die Kleriker schon. Nur ich konnte nicht einschlafen. Immer wieder musste ich daran denken, dass die meisten von uns diese Expedition nicht überleben würden.
Zwei Tage später stießen wir auf die ersten Spuren. Ab dort übernahmen die beiden weißen Roben die Führung. Sie führten uns Gruppe zu einem Hain, hinter dem ein Turm sichtbar war. "Dort drinnen verschanzen sich diese Feiglinge!" rief eine der weißen Roben zu den Kriegern. "Wir gehen da jetzt rein, und räuchern dieses Nest aus.", rief der Hauptmann der Krieger.
"Ich hatte von Anfang an ein schlechtes Gefühl und das wurde auch nicht besser, als wir in den Hain eintraten.". Schlagartig wurde es dunkel um uns herum, als die Bäume jegliches Licht filterten. Und der Weg war auch kaum zu sehen. Immer wieder teilte er sich und die beiden Führer taten sich sichtlich schwer immer den richtigen zu nehmen. Plötzlich stockte die Gruppe. Direkt vor ihnen baute sich ein großes Monstrum auf. Es war sicherlich fünfzehn Fuß groß und gut und gerne 5 Fuß breit. Wir wollten gerade unsere Sprüche sprechen, als fünf der Krieger schon nach vorne stürmten und begannen auf das Wesen einzuschlagen. "Nicht!", konnte unser Führer gerade noch schreien, aber da war es schon zu spät. Mit einem Schlag beförderte es die ersten beiden Kämpfer ins Unterholz. Sofort waren sie verschwunden. Die anderen Ritter, sichtlich eingeschüchtert, wichen ein paar Schritte zurück. Nun konnte ich meinen Spruch vollenden und ein Wasserstrahl stieß das Wesen ein paar Schritt nach hinten. Bald folgten einige weitere Zauber und dieses Wesen wich langsam zurück. Einige Minuten später hatten wir die Schlacht gewonnen und die übrigen Ritter wollten anfangen, nach ihren beiden Kameraden zu suchen, die so unglücklich gewesen waren, vom Weg gefegt zu werden. "Lasst es, die findet ihr nicht wieder. Eher geht ihr auch noch verloren. Ihr hättet das Kämpfen uns überlassen sollen!", sagte der Führer mit zorniger Stimme und begann weiterzugehen. Er kümmerte sich nicht um die Schicksale der Kämpfer. Einfach nur zwei weitere Krieger, die in diesem unseligen Krieg ihr Leben lassen mussten. Nach drei Stunden in dem Halbdunkel des Hains, in dem wir noch 2 weitere Male mit diesem Wesen konfrontiert wurden, erreichten wir endlich eine Lichtung und schon sahen wir den Turm vor uns. Es war ein großes Gebäude, mit einigen Minaretten und Zinnen. Das Mauerwerk war verziert mit Wasserspeiern, die aussahen wie kleine Drachen. Auf der ganzen Lichtung standen Statuen herum. Ihre Gesichter waren merkwürdig verzerrt, als wenn sie Angst hätten. "Wer erschafft denn solche Statuen?" dachte ich bei mir, aber mir fiel keine plausible Antwort ein. "Schnell zum Turm" rief die weiße Robe uns zu und rannte los. Es waren nur noch etwa dreihundert Meter bis zum Tor, als ich sah, wie sich etwas großes auf uns zu bewegte. Plötzlich stolperte ich und mir wurde schwarz vor Augen.

Drachenlanze.de / Abenteuer: Ilya