Rezensionen • The Lioness
Autor: Nancy Varian Berberick
Titel: The Lioness
Zyklus: Age of Mortals, Vol. II
Verlag: Wizards of the Coast

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Besprochen von: Andreas Meixner
Bewertung: (7/10)
Vom Rücken des Buches:

Im umkämpften Königreich Qualinesti schikanieren schwarze Ritter das gewöhnliche Volk und der ehemals stolze Senat handelt nach dem Willen des grünen Overlords Beryl. Sogar der König der Elfen vollzieht einen Lauf auf dem Drahtseil, zwischen der Erfüllung der Bedürfnisse seines Volkes und dem "Frieden" mit den Rittern des Drachen.
Aus diesen schwierigen Verhältnissen ersteht eine mysteriöse Heldin. Eine Kagonesti-Elfe aus den bewaldeten Tälern und felsigen östlichen Regionen. Sie und ihre loyale Widerstandsgruppe werden schnell zum Albtraum der schwarzen Ritter. Bei Freund und Feind bekannt als die Löwin, ist sie die Heldin der Bevölkerung, die unter des Drachen Steuern bluten und vor den stahlbehuften Pferden von Beryls Rittern zu Boden gehen. Sie ist Kerinseray. Des Königs gesetzlose, seine heimliche Geliebte.....Und seine geheimste Waffe.


Kerianseray. Die Löwin. Heldin des Volkes von Qualinost.

Aber wie wurde aus der Dienerin im Hause des Senators Rashas die Anführerin des Widerstandes und die Geliebte von Gilthas, Sohn von Laurana und Tanis und Ehefrau des Königs der Elfen von Qualinesti?

Die Antworten liefert uns "The Lioness". Qualinesti ist unter der Kontrolle des grünen Drachen und Overlords Beryl und ihrem Statthalter, Marschall Medan. Eine wichtige Rolle spielt jedoch auch der Schädelritter Lord Thagol, der die Fähigkeit besitzt, in die Gedanken anderer einzudringen und dadurch andere Menschen nach seinem Willen zu manipulieren. So wie bei Sir Chance Garoll, dem "Headman", der im Auftrag seiner Herren nach "aufständigen" Elfen sucht und deren Köpfe nach Qualinost bringt, wo diese dann auf Pfählen zur Schau gestellt werden, um andere Unzufriedenen "von Dummheiten abzuschrecken".

Als Keriansaray den Kopf einer Cousine auf einem der Pfähle auf dem östlichen Brückenbogen entdeckt, will sie unbedingt ihren in den Wäldern um Qualinost lebenden Bruder Iyadahar aufsuchen, um sich zu vergewissern, dass es ihm gut geht.

Auf dem Weg zu Freunden, die den Kontakt zu ihrem Bruder herstellen sollen, trifft sie auf einen Zwerg, der ihr bei der Flucht vor den dunklen Rittern hilft und den Weg zu ihren Freunden weist, die sie in einem Wirtshaus treffen will. Dort angekommen, reagieren alle sehr befremdend auf sie, obwohl sie einige der Anwesenden schon seit langem kennt und bei dem Versuch, einer gefangenen Elfe zu helfen tötet sie einen dunklen Ritter, was sie zu einer Gesetzlosen macht, die von Thagols Männern unerbittlich gejagt wird.

Als die Nachrichten zum König der Qualinesti-Elfen, Gilthas, vordringen, sendet er die zwei Waldläufer Haugh und Nazla aus, um Kerianseray zu finden und in Sicherheit zu bringen. Doch wer wird Kerian zuerst finden: Die dunklen Ritter, die Waldläufer?? Oder findet Kerian vorher noch ihren Bruder??

"Nayla" flüsterte Haugh. Sie drehte sich um und ihr Gesicht wurde bleich. Haugh rannte den Hügel empor, sein Hund Wrestle hinter ihm, und schaute in Richtung Silathnost. Es war ein Anblick, als hätte ein Drache gewütet. Wo einst Häuser und Geschäfte waren, der Mietstall an einem Ende und die Taverne am anderen, befand sich nur noch eine dunkle Narbe, aus der kleine Rauchsäulen empor stiegen. "Im Namen aller Götter!" flüsterte er.
Naylas Augen glitzerten. "Im Namen der gottverdammten Drachen. Im Namen der verfluchten Ritter." Ihre Stimme verlor sich. "Dieser verdammte Zwerg!" Ihre Worte knirschten zwischen den Zähnen. "Alles, was er tun musste, war sich ruhig zu verhalten - aber nein, er muss dem Mädchen ein Messer geben!


Bewertung:
"The Lioness" ist eine Geschichte, auf die viele Freunde der Welt Krynn sicherlich schon lange warten. Vielleicht liegt es an meinen hohen Erwartungen, dass das Buch letzten Endes etwas enttäuscht. Zu lange ist Kerian eher die hilflose Stadtelfe und Dienerin, die in den Wäldern verloren und hilflos wirkt, als dass man sie für eine ernste Gefahr für die Ritter von Neraka halten könnte. Erst im letzten Drittel erkennt man die Kerianseray wieder, die vom Volk verehrt und den Rittern zur echten Last wird und hier legt das Buch dann auch deutlich zu. Entschädigen kann das Buch auch mit lang erwarteten Einblicken in das Leben der einfachen Elfen, die in den Waldregionen Qualinestis leben und in das strikten Kastensystem der elfischen Gesellschaft. Auch der Blick hinter die Kulisse und Fassade des kränkelnden und kindlichen Elfenkönigs Gilthas, der im Geheimen sehr viel für sein Volk tut, ohne das es die meissten Elfen überhaupt wissen, macht das Buch zu einem lohnenden Kauf.

Alles in Allem bekommt das Buch von mir aber "nur" 7 Sterne, auch weil ich eine völlig andere Geschichte erwartet hatte, als ich dann zu lesen bekam.
Drachenlanze.de / Rezension: Andreas Meixner