Rezensionen • The Dragons of Krynn
Autor: Margaret Weis & Tracy Hickman (Hrsg.)
Titel: The Dragons of Krynn
Zyklus: Dragons Anthologies I
Verlag: TSR, Inc.

Bei Amazon bestellen

Besprochen von: Void Venombreath
Bewertung: (10/10)
"The Dragons of Krynn" ist ein Dragonlance-Buch der anderen Machart. Anstatt eines zusammenhängenden Romanes, beinhaltet es insgesammt 16 Gedichte und Kurzgeschichten aus der Welt der Drachenlanze. Dabei sind alle Geschichten von unterschiedlichen Autoren verfasst worden. Hier ist für jeden Geschmack das ein oder andere dabei.

Hier ein paar Beispiele:

 • Seven Hymns of the Dragon von Michael Williams

Hierbei handelt es sich um ein recht langes Gedicht, welches verschiedene Aspekte des Lebens eines Drachen beschreibt. Der Autor hat hier eine recht beeindruckende Technik zur "Aufteilung" des Gedichtes verwendet. Indem er die verschiedenen Aspekte einzeln betrachtet, dabei aber seinen Schreibstil konsequent beibehält, erweckt er den Eindruck eines klassischen Musikstücks mit insgesammt sieben Variationen. Freunde der Lyrik kommen hier also durchaus auf ihre Kosten. Allerdings ist ein Gedicht auch nicht jedermanns Sache.

 • The Final Touch von Michael und Teri Williams

Dies ist definitiv meine Lieblingsgeschichte im ganzen Buch. Sie hat sowohl spannende, als auch rührende, sowie viele lustige Momente; ist also rundherum gelungen. Sie handelt von der Druidin L'Indasha, die einsam und allein in den Khalkist-Bergen lebt und eigentlich mit ihrem Leben ganz zufrieden ist.. Eines Nachts beobachtet sie jedoch ein paar Drachen, die etwas seltsames durch die Luft schleppen. Einer der Drachen verliert seine Last, und so gerät L'Indasha schließlich an den Gegenstand. Es handelt sich um ein Drachenei. Es ist mitten im Winter und L'Indasha ist alles andere als begeistert von ihrem Fund. So beschließt sie, das Ei sich selbst zu überlassen und läßt es auch tatsächlich im Schnee liegen, jedoch nicht, bevor sie es eingehend untersucht hat. Oliver, so der spätere Name des "Eibewohners" hat jedoch definitiv etwas dagegen verlassen zu werden. Ob er L'Indasha wohl davon überzeugen kann, ihn bei sich aufzunehmen? Dies und die weiteren haarsträubenden Abenteuer der beiden muß schon jeder selbst lesen. Aber es lohnt sich.

 • Scourge of the Wicked Kendragon von Janet Pack

Diese Geschichte ist ganz eindeutig die lustigste in diesem Buch. Und so will ich die Besprechung auch mit dem einzigen Wort beginnen, daß einem im ersten Augenblick dabei einfällt: "AAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!" Zur Erklärung: Vergesst die Oger und die Drachen. Ja, vergesst sogar die dunkle Königin selbst. Denn auf Krynn gibt es eine neue Bedrohung. Eine Bedrohung, weitaus schlimmer als Raistlin, Takhisis und alle anderen Fieslinge zusammen. Versteckt euch in euren Häusern, denn Mapshaker Wanderfuss, ein Kender, hat es, natürlich durch einen Unfall und völlig ohne Absicht, geschafft, die Macht eines Drachen zu erhalten. Könnt ihr euch auch nur im Geringsten vorstellen, was es bedeutet einen Kender mit dem Körper und den sonstigen Fähigkeiten eines Drachen zu beobachten? Natürlich bedeutet es jede Menge Spaß und die komischsten Verwicklungen, denn Mapshaker ist der wahrscheinlich unbegabteste Drache, der jemals auf Krynn wandelte. Und schlimmer noch: Mit seinem alten Körper hat er keineswegs seine Kendergewohnheiten abgelegt..... Fazit: Eine absolut geniale Geschichte!


Es gibt natürlich noch viel mehr Geschichten in dem Buch. Aber hier kann ich freilich nicht alle aufführen. Dennoch sind sie lohnenswert. So gibt es zum Beispiel noch eine Geschichte über eine, vielen von uns wohl bekannte Gruppe von Drakoniern. Hier kann man die Anfänge erfahren. Oder eine Geschichte über einen Oger, dessen Gier nach Gold zu einem Problem für ihn wird. Auch Kaz, der Minotaurus gibt sich ein Stelldichein.

Abschließend sollte ich noch erwähnen, daß freilich nicht jedem alle Geschichten aus dem Buch gefallen werden. Es gibt durchaus auch schwächere Beispiele. Aber dies ist natürlich Geschmackssache. So oder so verdient dieses Buch die höchste Punktzahl. Die vielen gelungenen Geschichten überzeugen mich da voll und ganz. Da das Buch aber nur auf Englisch erhältlich ist, sollte man schon gute Englischkenntnisse mitbringen. Sonst fällt es schwer, das Buch wirklich zu genießen.
Drachenlanze.de / Rezension: Void Venombreath