Rezensionen • Prisoner of Haven
Autor: Nancy Varian Berberick
Titel: Prisoner of Haven
Zyklus: Age of Mortals Series
Verlag: Wizards of the Coast

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Besprochen von: Meixi
Bewertung: (5/10)

Als die Stadt Haven der Macht eines Drachen-Overlords zufällt, finden sich Usha und Dezra Majere als Häftlinge in einer gefangenen Stadt wieder.
Doch als alte und neue Treueverpflichtungen an die Oberfläche kommen, erkennen die beiden Frauen, dass die grösste Schlacht der beiden, die gegen einander sein könnte. Neue Feinde und unerwartete Allianzen werden an den unwahrscheinlichsten Plätzen geschmiedet und Usha und Dezra werden ihre Differenzen zur Seite schieben müssen, wenn sie eine Chance gegen die dunklen Kräfte haben wollen, die daran sind, sie alle zu vernichten.

 - Klappentext

Palins Majeres Frau Usha reist gemeinsam mit Palins Schwester Dezra von Solace aus nach Haven, um dort Vorräte für Das "Gasthaus zur Letzten Bleibe" einzukaufen. Eine Reise, die Dezra in den letzten Jahren immer alleine unternommen hatte. Doch in den unsicheren Zeiten, grob 30 Jahre nach dem Chaoskrieg, in denen dunkle Ritter und Banditen an fast jeder Wegkreuzung lauern, hat sich eine ganze Gruppe zusammengefunden, um mit unterschiedlichen Zielen für ein paar Tage nach Haven zu reisen. In Haven angekomen, muss Dezra feststellen, dass kein Händler, auch nicht die, zu deren Stammkunden das Gasthaus gehört, bereit zu sein scheint, ordentliche Mengen an Waren abzugeben. Die beiden Frauen beschliessen, wieder nach Solace zurückzukehren und anderen Ortes die Einkäufe zu erledigen. Doch in der Nacht vor der Abreise wird Haven plötzlich und unerwartet von den dunklen Rittern und Drachen des Overlords Beryl eingenommen und niemand darf die Stadt verlassen. Der Kommandeur der dunklen Ritter, Sir Radulf Eigerson führt ein straffes Kommando, zu dem auch die Entmachtung von Bürgermeister und Stadtrat, sowie eine nächtliche Ausgangssperre gehören. Seine rechte Hand, Lady Mearah, der ein Ruf der Grausamkeit vorauseilt, vollstreckt schon für kleinere "Delikte" Todesurteile. Die Opfer werden "representativ" und zur Abschreckung vor deren Häusern oder an den Toren der Stadt für jeden sichtbar platziert.

"Eine wunderschöne Frau", sagten die Gerüchte über sie. "Zarte Schönheit, Haut wie Alabaster und Haare, wie aus dem Nachthimmel gegossen" und eine Frau, der ein Ruf der Unbarmherzigkeit folgte, wie ein Schatten. Die Ritterin benutzte keinen Familiennamen und das war kein Wunder. Sie war ein gefallenes Kind. "Eine Tochter Solamnias, die sich von ihrem Erbe abgewandt hatte, hin zu den dunklen Armeen"..."Diese", so sagten die Leute in den Tavernen und an den heimischen Herden, "Diese eine wird der Fluch sein, den uns die Drachen gebracht haben."
 - frei übersetztes Zitat aus dem Buch

Während die Stadt versucht, sich mit der neuen Situation zurechtzufinden, beginnt Usha sich ein Atelier einzurichten, um mit ihren Bildern für sie und Dezra das Leben in der besetzten Stadt zu finanzieren. Während dessen sucht Dezra nach Wegen aus den Stadt.

In Haven treffen die beiden Frauen auch auf eine alte Bekannte von Usha und Palin: Aline Wrackham, die aus Solace stammt und einen reichen Händler in Haven heiratete, um dadurch die Finanzierung einer geheimen Organisation sicher zu stellen, die Elfen dabei half, aus dem besetzten Qualinesti zu fliehen. Nun soll diese Organisation wieder zum Leben erweckt werden, um Leuten die Flucht aus Haven zu ermöglichen.

Bewertung:
Ganz nett geschrieben, das Buch. Doch die Geschichte hat doch die eine oder andere Schwäche. Zu oft wird meiner Meinung nach die Drachenangst als Mittel eingesetzt, zu gering ist der Widerstand der Stadt gegen die Besetzung und auch die Rolle und das Verhalten, das den beiden Hauptpersonen, Usha und Dezra, zugewiesen wird, will nicht so ganz zu dem Bild passen, das dem Leser aus anderen Büchern, in denen beide vorkommen, bekannt ist. Immerhin wird eine Lücke gefüllt und der Leser mit einigen Details aus der Zeit kurz vor und kurz nach Caramons Tod versorgt.

Insgesamt ist "Prisoner of Haven" aber eher bei den schwächeren Büchern der Drachenlanze-Serie einzuordnen und deshalb wohl eher etwas für "waschechte" Fans und/oder Sammler der Serie. Nancy Varian Berberick hat schon deutlich bessere Werke für Drachenlanze verfasst.

Deshalb und auch auch wegen des hohen Standards der Serie kommt das Buch nicht über fünf Sterne hinaus.

Drachenlanze.de / Rezension: Meixi