Rezensionen • Murder in Tarsis
Autor: John Maddox Roberts
Titel: Murder in Tarsis
Zyklus: Dragonlance Classics
Verlag: Wizards of the Coast

Bei Amazon bestellen

Besprochen von: Andreas Meixner
Bewertung: (9/10)
Von der Rückseite des Buches:

Als der Lord von Tarsis sich einem politisch schwierigen Mordfall gegenüber sieht, greift er auf die drei erstbesten Einwohner der Stadt zurück, um eine Lösung zu finden. Ein Söldner, ein poetischer Auftragsmörder und ein Dieb mögen nicht gerade jedermanns erste Wahl sein. Doch die drei finden schnell heraus, dass sie recht gut dabei sind, Mörder der Justiz zu übergeben.

Vielleicht ein wenig zu gut....


Der "poetisch veranlagte" Auftragsmörder Nistur ist in Tarsis eingetroffen, um einen Auftrag zu erfüllen. Er soll den Söldner Ironwood (Deutsch = Eisenholz) töten und als Beweis dessen Harnisch an seinen Auftraggeber senden. Das Opfer ist schnell in einer Taverne ausfindig gemacht und unter einem Vorwand aus dem Lokal gelockt, wo Nistur seinen Auftrag in einem ehrlichen Zweikampf zu erfüllen sucht. Während des Kampfes jedoch bricht Eisenholz mit einem Krampf am ganzen Körper zusammen. Nistur, der den Kampf beenden will, bekommt jedoch mit einem Goldring einen Schlag unter das Kinn und wird mit einem Thanalusknoten belegt, einem Zauber, der ihn von nun an an Eisenholz bindet und auch daran hindert, Eisenholz irgend ein Leid zuzufügen. In dieser Situation kommt die junge Diebin Shellring (= Muschelring) hinzu, die zunächst versucht beide zu bestehlen, dabei jedoch von Nistur ertappt wird und ihm dann den Weg zu einem Heiler zeigt.

Zur selben Zeit sieht sich der "Innere Rat der Stadt" einer Krisensituation gegenüber. Kyaga Strongbow (=Starkbogen), ein Barbar, der es gechafft hat, die meissten Barbarenstämme unter seiner Führung zu vereinen, droht die Stadt zu belagern und zu zerstören, wenn Tarsis ihm nicht Steuern und Abgaben in exorbitanter Höhe zu entrichten bereit ist.

Im Rahmen eines Banketts zu Ehren von Kyaga’s Gesandten versuchen die Mitglieder des Inneren Rates auszuloten, in wie weit sich die Mitglieder von Kyagas Gesandtschaft loyal zu Ihrem Anführer verhalten oder durch Bestechung gegen ihren Anführer aufgebracht werden könnten. Doch am nächsten Morgen wird der Botschafter Yalmuk Bloodarrow (=Blutpfeil) ermordet aufgefunden.

Der Lord von Tarsis lässt alle, die den Toten gesehen haben, verhaften und die Leiche beiseite schaffen, um die Tat möglichst lange geheim zu halten, während die Stadt sich auf den möglichen Angriff vorbereitet und alle in der Stadt befindlichen Söldner angeheuert werden. Eisenholz, der sich von seinem Anfall erholt zu haben scheint, gelingt es jedoch nicht, auch anzuheuern, da alle in der Stadt zu glauben scheinen, er sei mit einem Fluch belegt. Statt dessen werden er und Nistur, nach dem Eisenholz einen Streit vom Zaun brach, verhaftet und zu den "Zeugen" in den Kerker geworfen.

Kyaga, der trotz aller Massnahmen von den Mord erfährt, stellt der Stadt ein Ultimatum: In fünf Tagen will er den oder die Mörder ausgeliefert bekommen, oder aber Tarsis dem Erdboden gleich machen.

Nistur und Eisenholz, die es mit Hilfe von Shellring schaffen, das Gerücht, sie wären bekannte und erfolgreiche Spezialisten bei der Entlarvung und Aufspürung von Kriminellen, bis in den Palast zu verbreiten, werden vom Lord von Tarsis mit der Lösung des "Problems" beauftragt. Die drei erhalten Anhänger mit dem Siegel des Lords, das sie als in seinem Auftrag ermittelnd ausweist und ihnen Zugang zum Lager der Barbaren gewährt.

Nun haben sie vier Tage Zeit, quasi ohne Anhaltspunkte einen Mörder zu finden und einen Krieg zu verhindern, wenn sie nicht selbst als "Bauernopfer" enden wollen.

Die Idee, eine Kriminalgeschichte in der Welt der Drachenlanze anzusiedeln, war zunächst etwas befremdend für mich, aber das Buch hat mich schnell vom Gegenteil überzeugt. Die Elemente einer Krimi-Story und einer Fantasy-Welt sind geschickt miteinander verwoben und auch die "Krankheit", an der Eisenholz leidet passt gut zu der Geschichte, die des öfteren interessante Wendungen nimmt und auch den Humor nicht zu kurz kommen lässt. Auch das Ende ist noch mit einer Aufklärung gespickt, die ausserhalb von Krynn wohl nur in Detektiv-Romanen vom Schlag eines "Hercule Poirot" (Ja, der dicke Belgier) oder Sherlock Holmes vorzukommen pflegt und trotzdem nicht den Pfad der Fantasy verlässt.

Alles in allem ein sehr zu empfehlendes Buch, das von mir neun Drachen bekommt. Zum zehnten langt es nur deshalb nicht, weil es auch noch andere, einen Hauch bessere Bücher auf Krynn gibt.

© Drachenlanze.de / Rezension: © Meixi