Rezensionen • Mord in Cormyr
Autor: Chet Williamson
Titel: Mord in Cormyr
Zyklus: Fantasy Krimi
Verlag: TSR

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Besprochen von: Andreas Meixner
Bewertung: (10/10)
Vom Rücken des Buches:

Ghars, ein verschlafenes Dorf am Rande des grossen Sumpfes. Von so einem Ort hat der Magier Benelaius immer geträumt: Ein stilles Plätzchen, an dem er sich in Ruhe seinen magischen Studien und seinen Katzen widmen kann. Doch mit Benelaius' Ruhe ist es schnell vorbei. Zuerst wird er von einem Geist gestört, der nachts die Dorfbewohner zu Tode erschreckt - dann taucht die erste Leiche auf. Der wohlbeleibte Benelaius und sein Diener Jasper sind urplötzlich in eine gespenstische Mördersuche verstrickt....


Benalaius, ehemals Mitglied des Kollegiums der Kriegsmagier von Cormyr hat sich aus der Magie zurückgezogen und lebt in einem kleinen Haus am Rande des grossen Sumpfes in der Nähe von Ghars, einem kleinen Dorf nahe der Grenzen des Königreichs. Jasper, ein junger Mann mit Halblingblut in seinen Adern ließ sich im Rahmen einer "Mutprobe" dazu verleiten, in Benelaius' Haus einzusteigen und zum Beweis etwas aus dem Haus mitzunehmen. Leider hatte sich Jasper hierfür ausgerechnet eine der zahllosen Katzen ausgesucht, die er im Dunkel für ein Kissen hielt. Um nicht im Gefängnis zu landen, geht er einen Handel mit dem gutmütigen Benelaius ein: Ein Jahr wird er der treue Diener von Benelaius sein und im Gegenzug dafür einen geringen Lohn und täglichen Unterricht erhalten.

Nur noch ein paar Tage, dann ist dieses Jahr vorrüber und Jasper kann die Freiheit kaum erwarten. Obwohl die Beiden mittlerweile fast schon Freunde geworden sind, und Jasper bei seinem wohlbeleibten Meister viel gelernt hat, schmiedet er bereits kräftig Pläne, wie er seine bald gewonnene Freiheit nutzen und sein weiteres eben gestalten will. Doch bis dahin wird er seine Pflichten gewissenhaft erfüllen....alleine schon deshalb, damit der gewitzte Benelaius nicht noch ein Hintertürchen in der Abmachung findet, um Jasper auch weiterhin in seinen Diensten zu behalten.

Also reitet Jasper des Abends in das Dorf, um Einkäufe zu machen, da sein Meister am nächsten Morgen Besuch erwartet. Im Wirtshaus "Der Kecke Barde" ist auch an diesem Abend wieder einiges los. Das ganze Dorf ist im Aufruhr, weil in dreiTagen die Händlergilde Cormyrs ihr jährliches Treffen hält. Nur dem Einfluss des reichen Händlers Barthelm ist es zu verdanken, dass dieses Treffen in dem kleinen Dorf stattfindet und nicht, wie üblich, in einer der grossen Städte des Reiches. Da kommen die Berichte gar ungelegen, dass in jüngster Zeit mehrere Sichtungen eines Geistes zu verzeichnen sind. Der Geist von Fastred, einem Räuberhauptmann, der vor Jahrhunderten im Sumpf hauste, soll wieder umgehen, stets bedacht, sein Grab unentdeckt und seinen Schatz verborgen zu halten.

Als Jasper sich nach einem ereignisreichen Abend im Wirthaus auf dem Heimweg macht, sieht auch er den Geist, der sich ihm axtschwingend nähert. Jasper ergreift die Flucht zum nächsten Bauernhof. Doch als er dann etwas später wieder an der selben Stelle vorbei kommt, ist nichts mehr zu sehen und dieses Mal verläuft der Heimweg ungestört. Wie jeden Tag berichtet Jasper Benelaius noch alles, was er gesehen und erlebt hat (inklusive des Geistes) und dann gehen beide zu Bett, denn der Gast soll bereits früh am Morgen in Ghars eintreffen. Am frühen Morgen ist Jasper dann auch in Ghars und holt dort den Kriegsmagier Lindavar ab. Auf dem Heimweg fällt Lindavar an der Stelle, an der Jasper am Vorabend Fastreds Geist begegnete etwas schimmerndes im Gras auf. Entgegen Jaspers Rat geht er näher heran und findet eine Leiche: Govo, der Schmiedegehilfe, ist enthauptet worden. Jasper muss bei dem Toten bleiben, während Lindavar Benelaius holt. Zeitgleich mit Benelaius treffen auch die vom ihm per Brieftaube informierten "Ordnungskräfte" ein: Neben dem Bürgermeister Tobald noch Hauptmann Flim, Befehlshaber der hiesigen Garnison Purpurdrachen und der ortsansässige Arzt, Doktor Braum.

Die Untersuchung der Leiche ergibt schnell, das Dovo sich mit einigen in phosporeszierenden Farbe eingestrichenen Rüstungsteilen und einer Axt als Geist ausgegeben hat und auch mit dieser Axt getötet wurde. Doch wer hat diese Tat begangen? Da der Bürgermeister mit den Vorbereitungen für das Treffen der Handelsgilde und Flim mit der Jagd nach Spionen ausgelastet sind, werden Benelaius, Lindavar und Jasper mit der Suche nach dem Täter beauftragt; und die Liste der Verdächtigen ist lang. War Dovo doch bekannt dafür, jedem Rock nachzulaufen und hatte noch am Vorabend zunächst Barthelms Tochter, sowie die Abenteurerin Kendra "belästigt" und eine Prügelei mit dem Dachdecker Rolf provoziert, der daraufhin aus dem Wirtshaus geworfen wurde.

Jasper soll alle befragen, die etwas zur Lösung des Falles beisteuern könnten und stellt schnell fest, das die Liste der Verdächtigen nicht kürzer, sonder eher länger wird. Auch der Gesandte des Königs, der gerade in Ghars verweilt, käme als Täter in Frage, hatte er doch ebenso Streit mit Govo, wie Rolf. Bald stellt sich heraus, das hinter der Tat mehr steckt als einfach nur Rache oder Eifersucht. Und ebenso bald taucht auch eine zweite Leiche auf, was den Fall nur noch verwirrender macht.

Bewertung:
Ein tolles Buch. Die Geschichte ist fesselnd und mit viel Witz geschrieben. Nach ein paar Seiten wolle ich das Buch kaum noch aus der Hand legen und muss zugeben, dass meine ohnehin schon hohen Erwartungen noch bei weitem übertroffen wurden. Dieser Ausflug in die "Forgotten Realms" hat sich selbst für einen eingefleischten Drachenlanze-Fan gelohnt und wird sicher auch Krimi-Fans begeistern.
Ganz klar: Top-Wertung und dicke Empfehlung!

Drachenlanze.de / Rezension: Meixi