Rezensionen • Finstere Pläne
Finstere Pläne

Autor: Mary Kirchhoff & Steve Winter
Zyklus: Bund der Drachenlanze 4
Verlag: Goldmann
ISBN: 3-442-24605-9

Bei Amazon bestellen

Besprochen von: Ingo Schulze
Bewertung: (5/10)

Diese Rezension bezieht sich gleichzeitig auf den 1. Teil der Geschichte: Die Stunde der Diebe

Der 3. und 4. Teil vom Bund der Drachenlanze dreht sich um das Kennenlernen von Flint und Tanis auf der einen und Tolpan Barfuß auf der anderen Seite. Flint und Tanis kennen sich ja bereits aus Teil 1/2.

Dabei ist das Freundschaft schließen mit einem Kender denkbar einfach. Flint stellt auf dem Markt von Solace seine Schmiedewerke aus, darunter eine Sonderanfertigung für eine Kundin, die ihm dazu alle Materialien und Zutaten liefert: ein mysteriöses, erlesenes Kupferarmband. Doch nicht nur ihr gefällt das Armband, sondern auch Tolpan, der über den Markt streift. Und da er Angst hat, daß das schöne Armband gestohlen werden könnte, nimmt er es fürsorglich an sich. Flint bemerkt das und rastet völlig aus, dann greift jedoch Tanis ein und beruhigt die erhitzten Gemüter. Flint hat zwar sein Armband wieder, aber Tolpan erfährt von ihren Reiseplänen und erzählt, daß er viele Karten besitzt, woraufhin sie sich im Wirtshaus Zur letzten Bleibe verabreden. Bei Bier und Wein werden Geschichten erzählt und Pläne geschmiedet und irgendwie wandert besagtes Armband, welches Flint eigentlich zum Schutz in seine Tasche steckte, erneut in Tolpans Beutel. Zu dumm auch, wenn es Flint "auf dem Tisch vergißt"...

Am nächsten Morgen bemerkt Flint das Fehlen und stürmt los, um Tolpan zu suchen. Der ist jedoch über alle Berge und auf dem Weg ferne Länder zu erkunden. Flint und Tanis bekommen seine Reiseroute raus und marschieren strammen Schrittes hinterher. Tolpan erinnert sich mittlerweile an das Kupferarmband, da es sich nämlich plötzlich an seinem Handgelenk erwärmt und er einen Karren sieht, der sich im Matsch festfährt und von einer Horde Hobgoblins überfallen wird. Als er tatsächlich einen Wagen um die Ecke biegen sieht, wird ihm schnell klar, daß es eine Art Vision war und steht dem Kutscher bei.

Der Kutscher entpuppt sich als Kesselflicker auf dem Weg nach Solace und da er Tolpan einen Gefallen schuldet, nimmt er das Armband für Flint mit. Tolpan zieht weiter, wird aber bald von seinen Verfolgern eingeholt. Er überzeugt die beiden, daß er das Armband schon wieder zurückgeschickt hat und so machen sich alle drei auf den Weg zurück. Kaum zurück in Solace müssen sie feststellen, daß der Kesselflicker in der Taverne nur allzu laut mit dem Amulett geprahlt hat und es ihm geklaut wurde. Die drei packen wiederum ihre Sachen und wollen die neue Spur aufnehmen, da taucht Flints Kundin auf. Sie klärt auch die magischen Fähigkeiten des Armbandes auf: Sie ist die Meerelfin Selena, die das Armband mit den Kräften der Prophezeiung braucht, um ihren Bruder zum König zu krönen. Denn um als König in Frage zu kommen, muß man seine hellseherischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, die er aber leider nicht hat.

So brechen dann alle vier auf, um das Amulett wiederzubekommen und erleben dabei noch das ein oder andere. Das Abenteuer ist leider mehr als dürftig und ein Meister würde es vermutlich von seinen Spielern um die Ohren geschlagen bekommen. Überraschende Wendungen sind hier anscheinend fehl am Platz. Das einzige, was die Bücher rettet, ist Tolpan, dessen Beschreibung ist nämlich durchaus gelungen.

Fazit: Kann man lesen, muß man aber nicht.

Drachenlanze.de / Rezension: Ingo Schulze