Rezensionen • Dalamar the Dark
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[Murmel Beutelleer (8/10)] [Andreas Meixner (10/10)]
Autor: Nancy Varian Berberick
Titel: Dalamar the Dark
Zyklus: Dragonlance Classics
Verlag: Wizards of the Coast

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Besprochen von: Andreas Meixner
Bewertung: (10/10)

Vom Rücken des Buches:
Ein Talent für die Magie fliesst wie Feuer durch die Adern von Dalamar Argent. Doch er ist nur ein Diener im Hause eines Elfenlords, unwürdig der hohen Kunst der Magie. Nur äusserst widerwillig wird ihm überhaupt eine Ausbildung gewährt.

Während Krieg an den Grenzen von Silvanesti aufkocht, findet Dalamar einen Weg, seine Kunst zu erlernen.....Seine Suche führt ihn auf einen langen, dunklen Pfad zu einem Ehrfurcht gebietendem Schicksal.


Dalamar ist 90 Jahre alt und Mitglied im Hause "Servitor", der Dienerkaste von Silvanesti und als solcher bei Lord Ralan (Haus Woodshaper) tätig. Seit zwei Jahren trägt er die weissen Roben eines Magiers von ELi. Doch die "Ausbildung", die ihm zuteil wird, ist alles andere als intensiv und produktiv und wird ihm nur widerwillig gewährt. Er wird offensichtlich nur deshalb ausgebildet, weil man befürchtet, sein Talent könne in andere Bahnen, als in die von ELi, geraten. Denn als Mitglied von Haus Servitor ist er einer Laufbahn als Magier unwürdig. Über die "Ausbildung" ist er zwar froh, doch keineswegs dankbar.

Dalamar hat auch unter dem Verwalter Lord Ralans, Eflid zu leiden, der sich wohl das Ziel gesetzt hat, Dalamars Stolz und Willen zu brechen. Doch bevor es zur Eskalation kommt, wird Dalamar von Lord Ralan an Lord Tellin Windglimmer (Haus Cleric) "weitergereicht" und soll in Zukunft seine Arbeit im und für den Tempel verrichten.

Tellin verspricht Dalamar, sich dafür einzusetzen, dass Dalamars Ausbildung in Zukunft mehr als nur Grundkenntnisse der Magie beinhaltet, weil er für ihn eine bessere Verwendung sieht. Die Tempel in Silvanesti bereiten sich auf den nahenden Krieg vor. Die Priester sammeln Kleidung, Nahrung und Medikamente und planen die Unterbringung der zu erwartenden Flüchtlinge und Verwundeten.
Pflanzen und Gewürze für Salben und Tränke werden benötigt, und nicht alles, was gebraucht wird, können die Tempelgärten liefern. Dalamar soll für Tellin die besten Plätze, an denen man die richtigen Pflanzen findet, auskundschaften und katalogisieren.

Doch Dalamars langer Weg auf einem dunklen Pfad hat bereits begonnen.

So war es auch heute. Seine Stunden verplant und gezählt, seine Talente und Fähigkeiten im Dienste anderer. Während er arbeitete, fühlte er sich an einen anderen Ort gezogen, seine Aufmerksamkeit gerade mal so bei seinen Aufgaben, seine Seele nach einem Ort nördlich verlangend, von dem kein Verwalter oder Elfenlord etwas wusste. In einer Höhle unter dem Fluss liegt das Versteck seiner geheimen Studien. Hier bewahrt er dunkle Bände auf, gefüllt mit Magie, die für alle Elfen verboten ist. Die Bücher hatte er zufällig gefunden, versteckt in den dunklen, hinteren Regionen der Höhle. Ein Schatz, zurückgelassen von einem mutigen Zauberer, der heimlich in das Land der Elfen gekommen war, wo solche wie er nie willkommen waren. Als er wieder ging, liess er die Bücher zurück und hier lagen sie eine lange Reihe von Jahren. Jedes hatte eine Inschrift, die im ersten Moment Furcht in Dalamars Herz verursachte: "Für den dunklen Sohn, von einem dunklen Sohn, durch Dunkelheit sind wir verbunden."


Doch mit Hilfe der gefundenen Bücher war Dalamar in der Lage, sich selbst in den gestohlenen Stunden der Sommermonate mehr über Magie, Sprüche, Beschwörungen und arkane Philosophie zu erarbeiten, als ihm Haus Mystic in zwei langen Jahren gestattete.

Schon bald kommen Ströme von Flüchtlingen aus vielen Teilen des Königreiches nach Silvanost. Die Alten und Kranken, sowie die kleinen Kinder, die bei der Zerstörung vieler Dörfer am Leben gelassen wurden, damit sie die Kunde des Krieges im Lande und der Hauptstadt verbreiten. Dort betet das Volk zu ELi, damit er zu ihrem Schutz herbei eilen soll, während mehr und mehr Truppen an die Grenzen des Reiches verlegt werden.

Drachenlord Phair Caron, die seit ihrer Kindheit schon Hass und Verachtung für alle Elfen verspürt, wird nur zu gerne Silvanesti für Ihre Göttin erobern.

Dalamar schafft es, Lord Tellin von einem Plan zur Verteidigung Silvanestis zu überzeugen. Dem gelingt es, eine Audienz bei Lorac Caladon zu bekommen. Und Lorac hört sich den Plan des jungen Magiers gegen den Willen seiner Ratgeber Lord Garan (Haus Protector) und Lady Ylle (Haus Mystic) auch wirklich an.

Kurz darauf sollen Tellin und Dalamar an die Front reisen.

"Lasst ihn durch seinen eigenen Plan leben, oder sterben!" Hatte Lady Ylle am dem Tag gesagt, als Lorac bekannt gab, dass er dem Rat eines Dieners folgen würde.


Das Buch gehört zu meinen absoluten Favoriten. Mit einer glaubwürdigen Story wird die Geschichte Dalamars vor seiner Zeit als Raistlins Lehrling und Spion der Konklave in die Handlung und Zeit des Lanzenkrieges eingebaut. Quasi nebenbei wird noch ein präzises Bild der elfischen Gesellschaft mit ihrem strikten Kastensystem gezeichnet. Auch der effiziente Einsatz sowohl einfachster als auch komplexer Magie gegen wesentlich stärkere Gegner wird an mehreren Stellen sehr gut beschrieben und dargestellt. Ein mächtiger und böser Zwergenmagier auf der Seite der Drachenarmee, der die Wälder Silvanestis nach magischen Artefakten durchsucht, hat seinen glaubhaften und überzeugenden Platz in der Geschichte ebenso gefunden wie Drakonier und Drachen.

Das Buch bekommt von mir zehn Drachen, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte und diverse Termine an einem Wochenende ausfallen liess, als ich erst einmal angefangen hatte, es zu lesen.

Drachenlanze.de / Rezension: Meixi