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Goblins von Ansalon

Goblins sind klein, haben flache Gesichter, breite Nasen, spitze Ohren und breite Mäuler mit spitzen Zähnen. Durchschnittlich erreichen sie eine Größe von 120 cm und sind dabei 40 kg schwer. Ihre Stirn ist fliehend und ihre Augen sind meist trüb und glasig. Goblins sind Humanoide, doch haben sie die Eigenschaft ihre Arme bis zu den Knien herunter hängen zu lassen. Die Farbe ihrer Haut reicht von gelb bis zu allen Schattierungen von orange bis zu tiefrot. Innerhalb eines Stammes besitzen die Mitglieder jedoch etwa die gleiche Farbe. Ihre Kleider sind oftmals aus dunklen Leder gefertigt oder in Erdfarben gehalten. Da ihre Handwerkskunst nicht besonders ausgebildet ist, sind ihre Kleider meist gefunden oder gestohlen. Sie lieben Uniformen und Rangabzeichen.

Ebenfalls zu den Goblinartigen gehören die Hobgoblins, Sligs und die Käferbären. Die Erscheinung der ersten Gruppe gleicht den Goblins und könnten als größere Verwandte bezeichnet werden, da sie knapp 1,9 Meter groß werden und insgesamt stämmiger wirken als ihre kleineren Vetter. Die Käferbären wiederum sind größere Versionen der Hobgoblins und erreichen eine Größe von 2,1 Meter und tragen ein Fell. Ihr Gang ist wackelig, aber trügerisch heimlich. Alle Goblinartige haben Fangzähne und man vermutet, dass ihr Blut giftig ist.

Die Geschichte der Goblins geht - wie bei vielen Rassen - auf die Legende des Grausteins von Gargath zurück. Die gesamte Goblinrasse besteht aus Nachkommen der (Hoch-) Oger, die durch Magie des Grausteins in kleinere, verzerrte Kreaturen verändert wurden. Diese Erscheinung ist ein Abbild ihrer korrumpierten inneren Natur. Eine andere Version ihrer Geschichte besagt, dass sie bereits vor dem Einfluss des Grausteins gelebt haben sollen. Die Goblins selbst führen keine Aufzeichnungen und deshalb wird es wohl ein Geheimnis bleiben, welche Version der Wahrheit entspricht. Seit vielen Zeitaltern sind die Goblins Räuber und Ausgegrenzte der zivilisierten Welt. Sie bilden Stämme und wandern als Nomaden umher, manchmal jedoch werden sie sogar sesshaft. Das geschieht meistens dann, wenn sie auf alte Ruinenstädte treffen. Im Gegensatz zu anderen Zivilisationen haben die Goblins nicht viel zu bieten, da ihre handwerklichen Künste kaum ausgereift sind.

Viele sehen die Goblins nur als böse Plage, die umher ziehen, plündern und Raubüberfälle verüben. Ihre Gesinnung ist rechtschaffen böse und sie besitzen lediglich eine niedrige bis durchschnittliche Intelligenz. Bis auf einige Ausnahmen macht sich die Mehrheit dieser Rasse keine Gedanken über die Vergangenheit oder Zukunft - wichtig ist ihnen nur wie sie das nächste Mahl bekommen. Einige wenige jedoch sind klüger und glauben, dass die Zeit der Goblins einmal kommen wird. Sie leben in Stämmen und bleiben ihr Leben lang dort. Die Sterblichkeitsrate der jungen Goblins ist sehr hoch, da innerhalb des Stammes oftmals Inzucht getrieben wird. Deformationen sind bei ihnen nicht ungewöhnlich und viele der Schamanen weisen solche markanten Merkmale auf. Sobald die Defekte jedoch Einfluss auf die Kampfähigkeit haben, sei es das sie blind geboren werden oder ein Teil gelähmt ist, ist das Vorgehen barbarisch. Die Kinder werden allein gelassen und sterben. In ihren Augen dürfen nur sie Starken überleben und der Glaube an das Recht des Stärkeren geht einher mit politischer Macht und militärischer Befehlsgewalt. Ihr Führer muss nicht klug sein, denn das einzige was zählt ist seine Stärke. Ihre ganze Gesellschaft ist nach diesem Prinzip aufgebaut. Die einzige Ausnahme hiervon betrifft die Schamanen und Medizinmänner, da sie wegen ihrer Macht respektiert werden und somit ihr Recht nicht von der Stärke ableiten. So kann es vorkommen, dass sie Truppen und Raubzüge befehligen.

In den meisten Fällen sind Goblins grob und brutal, doch soll es auch einige Stämme geben, die eine Ausnahme machen. Einige von ihnen sollen nicht einmal böse sein und dazu noch intelligent. Für den größten Anteil diese Rasse trifft dies leider nicht zu. Sie leben um zu töten und kennen dabei keine Ehre oder Gerechtigkeit. Etwas in die Hand zu nehmen bedeutet sich zu bewaffnen. Sie schwelgen sich in Ruhm, verdrängen einerseits Angst und Feigheit im Kampf und haben immer einen Grund sich zurück zu ziehen, wenn sie massiv bedroht werden. In der Natur der Goblins liegt die Fähigkeit ohne Scham auf dem Boden zu winseln, die Stiefel zu lecken und zu wimmern. Sie sehen darin eine Unterwürfigkeit gegenüber dem Stärkeren. In Wahrheit zeigt dies allerdings nur ihre Hinterhältigkeit und betrügerische Art, die jeder Goblin im Herzen trägt. Goblins sind im übertragenen Sinne kurzsichtig, da sie sich keine Gedanken über die nähere Zukunft machen. Das macht sie zur idealen Armee für einen bösartigen Führer, der schnell eine Truppe ausheben möchte. Für lang anhaltende Belagerungen und Märsche sind sie aufgrund ihrer Ungeduld jedoch völlig ungeeignet. Ebenfalls ist es unmöglich mehrere Stämme in einer Armee zu vereinen, da Goblins andere Stämme genauso wie Elfen behandeln. Vor einem Bündnis mit Goblins sollte man sich hüten, da es schnell zu Brüchen kommt.

Nicht selten kommt es vor, das Hobgoblins die Führung der Goblins übernehmen, da sie in der Regel intelligenter und stärker sind als sie. In den Armeen der Finsteren Königin waren die Hobgoblins zumeist Anführer.


Goblins von Sikk´et Hul

Eine besondere Bedeutung kommt den Goblins von Sikk'et Hul zu. Sie leben im südlichen Teil von Nordergoth und bewohnen dort Ruinenstädte. Das Land selbst ist hügelig und unfruchtbar. Im Gegensatz zu ihren Verwandten in anderen Teilen von Ansalon sind die Goblins von Sikk´et Hul weitgehend zivilisiert, was sie literarischen und philosophischen Schriften verdanken, die sie gelesen haben und heute immer noch lesen. Bücher sind für Goblins sehr wichtig und haben einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Bei ihren Schatzexpeditionen, die von Goblins geführt und auch teilweise in Manic organisiert werden, dürfen die Schatzsucher der anderen Rassen alles außer Bücher mitnehmen. Diese Bücher müssen sie als Bezahlung dem Goblinsführer überlassen. Aus diesen ergothianischen Schriften lernten sie u.a. Organisation, Industrie, Meditation, Trauminterpretation und Kampfkunst. Die Goblins gehen sogar bardischen Gesängen nach und erlernen das Spielen von Instrumenten.

Im Laufe der Zeit hat sich eine regelrechte Freundschaft und Allianz der Goblins mit den Kendern und den hier lebenden Barbaren ergeben. Deshalb sollte man sich auch nicht wundern, wenn man in den Städten und Dörfern der Goblins auf Vertreter dieser Rassen trifft. Sie leben dort und arbeiten als Händler und Gastwirte - Kender jedoch sind einfach nur zugegen.

Die Politik der Goblins ist in Sikk´et Hul wesentlich komplexer als man es von anderen Goblins gewohnt ist, doch halten sie an der Tradition des "Stärkeren" fest. Um dieser tief verwurzelten Einstellung gerecht zu werden, muss sich der Lord der Provinz in jährlichen Duellen verdienen. Die Kämpfe jedoch gehen nicht bis zum Tod, sondern sind lediglich Wettstreite, in denen er seine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss. Intelligenz und Cleverness wird hoch geschätzt unter den Goblins in Sikk´et Hul.

© Drachenlanze.de, Text: Natasz