Persönlichkeiten • Helden der Lanze • Tika Waylan Majere

Als Tochter eines Illusionisten, der auch in der Diebeskunst bewandert war, war sie früh auf sich allein gestellt, da ihr Vater auf mysteriöse Weise verschwand. Sie versuchte sich als Diebin durchzuschlagen, daß scheiterte allerdings an ihrer Höhenangst. Sie wurde von Otik, der sie bei einem Diebstahl erwischte, aufgenommen. Er versorgte sie wie seine eigene Tochter und gab ihr Unterkunft und Arbeit in seinem Wirtshaus. Schon als junges Mädchen war Tika in den gutaussehenden Krieger Caramon verliebt. Als die Freunde mit den Barbaren aus dem Gasthaus fliehen mußten, war Tika ihnen behilflich.
Später schloß sie sich den Gefährten an und erlebte zahlreiche Abenteuer mit ihnen. Tika’s Leben während dieser Zeit wurde von ihren immer tiefer werdenden Gefühlen zu Caramon bestimmt.
Tika war anfangs keine geschickte Kämpferin, weil sie ja nie eine Ausbildung genossen hatte. Allerdings verstand sie es, wenn die Panik sie im Kampf ergriff, aus ihrem Schild eine gefährliche Waffe zu machen, die so manchen Drakonier zu Boden schickte.
Caramon bildete sie später aus und sie wurde eine gute Kriegerin, die mit verbissener Verzweiflung kämpfte.
Tika verstand nie die starke Bindung zwischen Caramon und seinem Zwillingsbruder und Caramon’s Abhängigkeit von Raistlin.
Nach dem Krieg heirateten beide und zogen nach Solace, um bei dem Wiederaufbau der Stadt zu helfen. Allerdings konnte Tika nie Raistlin’s Platz in Caramon’s Herz einnehmen. Sie war sehr selbstbewußt und hatte einen starken Willen, so daß sie nie von Caramon abhängig war. Er hatte nicht das Gefühl gebraucht zu werden, und suchte Trost im Alkohol. Tika schämte sich ab da für ihren Mann und auch für sich selbst, weil sie ihm nicht helfen konnte, liebte ihn aber immer noch innig.
Als Tanis mit Crysania nach Solace kam, um Caramon zu Crysanias Schutz mit auf die Reise zu nehmen, kam Tika’s Geheimnis an das Licht. In ihrer Verzweiflung erkannte sie, daß sie ihren Mann loslassen muß, um ihn vielleicht irgendwann festhalten zu können. Sie schickte den von Selbstmitleid zerfressenen Caramon weg und sagte ihm, daß er erst wieder zu kommen braucht, wenn er weiß wer er ist und was er will. Das war eine schwere Entscheidung für die junge Frau, die nicht wußte, ob daß das Ende ihrer Ehe ist.
Tika hatte das Wirtshaus zur letzten Bleibe von Otik mehr oder minder übernommen und leitete es selbständig.
Als Caramon von seinen Abenteuern in der Vergangenheit zurück kam, schloß seine Frau ihn liebevoll in die Arme, denn endlich war er nicht mehr von Raistlin abhängig. Tika lebte nun für ihre immer größer werdende Familie, denn sie bekam fünf Kinder Tanin, Sturm, Palin, Dezra und Laura und verlebte mit Caramon glückliche Tage.
Tika Waylan Majere, ein einfaches Mädchen, wurde durch unglückliche Umstände in den Krieg der Lanze hineingezogen. Sie behauptete sich jedoch tapfer und lernte mit ungewohnten Situationen umzugehen. Tika wurde zu einer Heldin der Lanze.

Zitat

"„Es ist alles in Ordnung!“ sagte der Krieger besänftigend. „Es ist alles vorbei, Tika. Sie sind alle tot. Du hast es gut gemacht, ganz gut.“ Tika blinzelte. Einen Moment lang erkannte sie ihn nicht wieder. Dann senkte sie zitternd ihr Schild. „Mit dem Schwert war ich nicht so gut“, sagte sie immer noch zitternd. Caramon bemerkte es. Er nahm sie fest in seine Arme und strich über ihre verschwitzten roten Locken. „Du warst mutiger als viele erfahrene Krieger“, sagte der große Mann mit seiner tiefen Stimme. Tika sah hoch in Caramons Augen. Ihre Angst schmolz weg, und an ihre Stelle trat eine tiefe Freude. Sie schmiegte sich an Caramon. Seine harten Muskeln an ihrem Leib und der Geruch von Schweiß, vermischt mit dem von Leder, erhöhten ihre Aufregung. Tika schlang ihre Arme um seinen Hals und küßte ihn mit solcher Heftigkeit, daß ihre Zähne in seine Lippen drangen und sie sein Blut schmeckte. [...]
„Es ist meine Schuld!“ Caramon begann zu schluchzen, seine Stimme schlug um. [...] Ihr Gesicht wurde vor Zorn grimmig und streng, aber sie behielt ihre Gedanken für sich. „Vielleicht“, war ihr einziger Kommentar. Dann holte sie tief Luft. „Aber du kommst nicht zu mir als Ehemann oder gar als Freund zurück, wenn du nicht mit dir selbst in Frieden zurückkommst.“ [...] Tikas Gesicht war entschlossen, ihre grünen Augen waren klar und kalt. Tolpan erinnerte sich plötzlich, wie sie gegen die Drakonier im Tempel von Neraka in jener letzten entsetzlichen Nacht des Krieges gekämpft hatte. Sie hatte genauso ausgesehen."

- Drachenjäger - / - Die Brüder -

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