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Sturm Feuerklinge, der Sproß eines alten Rittergeschlechts,
wurde schon in frühester Jugend mit dem Ernst des Lebens konfrontiert.
Zur Zeit, als die Ritter von Solamnia verachtet und gejagt wurden, wurde
auch die Burg von Sturms Vater belagert, so daß dieser den jungen
Sturm und dessen Mutter ins Exil schickte, um Beide zu retten. Auf diesem
Weg gelangte Sturm nach Solace und die Freundschaft, die ihn mit Caramon
und Flint verbannt, war Auslöser dafür, daß Sturm Mitglied
der Heldengruppe wurde. Schon früh war es Sturms Ziel, einmal ein
Ritter wie sein Vater zu werden, und dieses Ziel sollte Bürde, wie
auch Befreiung werden. Sturm wurde, ähnlich wie Huma, nur durch die
Fürsprache eines Gönners, Fürst Gunther Uth Wistan, in den
Ritterstand erhoben. Der Einblick, der sich Sturm bot, offenbarte ihm die
Intrigen innerhalb der Ritterorden. Es stimmte Sturm sehr traurig, daß
Kodex und Maßstab scheinheilig befolgt wurden aber für viele
Ritter ihre eigentliche Bedeutung verloren hatten. Sturm führte den
niedersten Ritterorden, die Ritter der Krone, zum Turm des Oberklerikers,
um gemeinsam mit den beiden höheren Orden, Palanthas zu verteidigen.
Hier wurde Sturm vor die schwerste Entscheidung seines Lebens gestellt.
Die Ritter des Schwertes und der Rose unter Alfred Merkenin und Derek Kronenhüter traten,
von blindem Ehrgeiz getrieben, den direkten Kampf mit der Drachenarmee
an. Sturm widersetzte sich offen den Befehlen der ranghöheren Ritter
unter anderem auch Derek Kronenhüter, seinem ärgsten Widersacher,
und nahm mit seinen Getreuen nicht an der Schlacht teil. Die voreiligen,
in den Kampf ziehenden Ritter wurden von der Drachenarmee komplett vernichtet.
Nur mit Hilfe des gefährlichen Plans, ersonnen von Sturm, Laurana
und Tolpan Barfuß, konnte die Schlacht, unter Ausnutzung der Kräfte
einer Kugel der Drachen, gewonnen und Palanthas vor der Zerstörung
bewahrt werden. Doch in dieser Schlacht ließ Sturm ehrenvoll sein
Leben bei dem Kampf mit Kitiara Uth Matar, der finsteren Herrin, der Mutter
seines Sohnes Stahl, dem er Jahre später sein legendäres Schwert
und den Sternenjuwel von Alhana Sternenwind zukommen lassen sollte. Sturm
zweifelte sein Leben lang daran, daß er sich der Ritterschaft würdig
erweist. Seine Ehre bestimmte sein Leben und auch seinen Tod, ein Tod der
ehrenvoller nicht hätte sein können. Der Ritter vertraute nie
blind dem Maßstab, was allerdings innere Konflikte schürte,
war nicht erstarrt in den Traditionen und rettete durch seine Befehlsverweigerung
zahlreiche Menschenleben. Sturm Feuerklinges Leichnam wurde in der Gruft des Turm des Oberklerikers
beigesetzt und man munkelt, daß sein Körper vor dem Zerfall
bewahrt bleibt.
Zitat
"Sturm nahm die Blicke als
Respektsbezeugung für seinen Rang entgegen. Er glättete sorgfältig
seinen dicken Schnurrbart, ein uraltes Symbol der Ritter, das genauso fossil
war wie seine Rüstung. Er trug den Schmuck der solamnischen Ritter
mit unerschütterlichen Stolz - und er hatte den Schwertarm und die
Übung, um diesen Stolz zu verteidigen. Obwohl die Leute im Wirtshaus
ihn anstarrten, wagte niemand - wenn er in die ruhigen kalten Augen des
Ritters gesehen hatte - zu kichern oder eine abfällige Bemerkung zu
machen. [...]
„Est Sularus oth Mithas“ - „Die Ehre ist mein Leben.“ [...] Der Kodex
galt seid siebenhundert Jahren, aber Sturms geheime Angst war, daß
eines Tages, in der letzten Schlacht, der Kodex keine Antworten mehr geben
könnte. Er wußte, daß Tanis, wenn dieser Tag gekommen
war, an seiner Seite wäre und die zerbröckelnde Welt zusammenhalten
würde. Denn während Sturm den Kodex befolgte, lebte Tanis ihn."
- Drachenzwielicht -
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