Persönlichkeiten • Erben der Lanze • Palin Majere

Palin Majere war der dritte Sohn von Caramon und Tika. Auch bei ihm zeigte sich schon früh eine magische Begabung, die seine Eltern jedoch nicht wahr haben wollten. Auf Umwegen legte er trotzdem die Prüfungen ab und bestand. Er trug allerdings im Gegensatz zu seinem berühmten Onkel, der ihm während der Prüfungen erschien und ihm den Stab des Magus übergab, die weißen Roben.
Palins ältere Brüder Tanin und Sturm wurden in die Reihen der Ritter von Solamnia aufgenommen. Als sie sich zu einer Patrouille in Richtung Kalaman aufmachten, bat der junge Magier darum, daß sie ihn mitnehmen. Der redegewandte Palin hatte sie schnell eingewickelt und zog mit ihnen und zahlreichen anderen Rittern los. In der Bucht von Thoradin sahen sie die ersten Schiffe der Ritter der Takhisis und stellten sich den zahlenmäßig überlegenen Rittern. Alle bis auf Palin fanden den Tod. Er befand sich in Gewahrsam der Nachtmeisterin Lillith, als Stahl Feuerklinge ihn holen kam, um die Identifizierung der Gefallenen zu gewährleisten. Eine schicksalhafte Begegnung für Beide. Stahl, der an eine Ehrenschuld gebunden war, weil Caramon ihm einst das Leben gerettet hatte, wurde es gestattet, die Leichen der Majere Brüder nach Hause zu bringen. Palin war sein Gefangener und im Austausch gegen sein Leben sollten die Magier ein Portal zum Abgrund öffnen.
Die Nachtmeisterin wußte, daß dieses geforderte Lösegeld nicht gezahlt werden konnte. Sie wollte beide vernichten, denn ihre Vision hatte ihr angeblich gezeigt, daß Stahl und Palin den Untergang der Ritterschaft auslösen würden.
Palin und Stahl gelangten nach Solace, wo Tika und Caramon die traurigen Nachrichten überbracht wurden. Die Eltern wollten den Magier nicht gehen lassen, als er zum Turm der Erzmagier nach Palanthas aufbrechen wollte, um mit Dalamar zu reden.
Dank Tanis‘ Überzeugungsarbeit ließen sie ihren Sohn und ihren Neffen ziehen. Palin stand durch den Stab des Magus mit Raistlin in Kontakt und dieser rief ihn zum Turm. In Palanthas gelangten sie mit Hilfe der Spionin Kate Einauge, einer Ritterin der Takhisis, in den von Mauern umgebenen Stadtkern. Palins Erinnerung an die Spionin wurde allerdings ausgelöscht.
Gemeinsam betraten sie den Eichenwald von Shoikan und erreichten den Turm geschwächt aber unverletzt. Dort trafen sie auf Tolpan und Usha. Palin war von Beginn an von Usha fasziniert. Doch die Stimme seines Onkels drängte ihn. Er betrat mit Tolpan Raistlins altes Arbeitszimmer, wo sich das Portal zum Abgrund befand. Vor Stahl schlug die Tür zu und ließ sich nicht öffnen.
Palin und der Kender betraten den Abgrund, wo Raistlin sie erwartete. Sie belauschten eine Versammlung der Götter, die sich berieten, was wegen Vater Chaos unternommen werden sollte. Palin erhielt Kenntnis davon, daß sich die Götter gegen ihren Erschaffer verbünden wollen und von den Sterblichen das Selbe verlangt werden würde. Ein Monat war vergangen, seit sie das Portal betreten hatten. Als sie es verließen stellte sich ihnen Kitiara in den Weg und verletzte Palin, dank Tolpan nicht tödlich.
Raistlin war gezwungen die Welt wieder zu betreten, um seinen Neffen zu retten. Als nächstes reisten sie nach Hause und berieten sich erneut. Palin wurde nach Palanthas geschickt, um Usha zu finden. Er nahm dort mit der Dame Jenna Kontakt auf, deren Laden auch von den grauen Zauberern der Takhisis besetzt wurde, und sie brachte ihn mit Tolpan zusammen. Dieser führte ihn zu Usha. Gemeinsam schlichen sie sich durch die Kanalisation zur großen Bibliothek, wo sie schon erwartet wurden.
Hier traf Palin seine Wahl und legte nicht die schwarze Robe an, die er vorfand, sondern reiste zum Turm des Oberklerikers, um sein Versprechen gegenüber Stahl einzulösen. Der Ritter sollte an Palins Stelle hingerichtet werden und das wollte der Magier verhindern. Er berichtete Ariakan von der Versammlung der Götter und wurde vorerst eingekerkert.
Usha und Tolpan wollten ihn retten und betraten gemeinsam mit Stahl Palins Gefängnis. Letzten Endes entkamen sie, ausgenommen Stahl, mit Raistlins Hilfe, denn die Aufmerksamkeit hatte sich den Vorboten von Vater Chaos zu gewandt.
Zurück in Palanthas bestiegen sie ein Schiff, daß sie zu der Insel der Irda brachte, wo sie sich der Bruchstücke des Grausteins bemächtigten. Usha rettete hier Palin und Tolpan vor den Schattenschrecken, Chaos‘ Geschöpfen, die in der Lage waren eine Person in Nichts zu verwandeln, und jegliche Erinnerung an sie auszulöschen. Dann kam Raistlin um Palin zu holen, denn seine nächste Aufgabe wartete schon. Er übergab ihm das Zauberbuch von Magus, einem mächtigen Kriegszauberer, der einst an Humas Seite gekämpft hatte.
Auf magischem Wege gelangte Palin in den Spalt, den Vater Chaos in die Welt geschlagen hatte. Dort traf er auf Stahl und andere Ritter, die sich Chaos stellen wollten. Er ritt aufs Stahls Drachen mit und ließ sich dann absetzen, um den einzigen Zauber zu wirken, den er hatte lernen können. Ein mächtiger Zauber, den ein so junger Magier und selbst erfahrenen mächtige Magier nicht hätten aussprechen können. Aber Palin wollte sich opfern und ging vollkommen in der Magie auf. Der Zauber gelang und blendete Chaos, so daß Stahl angreifen konnte. Aber dieser Angriff mißlang letzten Endes und Stahl schlug mit Flamme auf dem Boden auf. Palin blieb verletzt und bewußtlos liegen. Usha und Tolpan fochten den letzten Kampf.
Als Palin zu sich kam, fand er sich mit Usha in Solace und unter fremden Sternen wieder. Er kam sich verlassen vor, denn die Magie und die Götter waren verschwunden. Das bestätigten ihm auch Raistlin und Fizban, als sie sich verabschiedeten.

Zitat

"„Entscheidung? Welche Entscheidung? Ich habe das nie vorgehabt. Ich will die schwarze Robe nicht anlegen. Ich will meine Magie nicht nutzen, um daraus Gewinn zu ziehen oder anderen zu schaden oder anderen meinen Willen aufzuzwingen-“ „Nicht?“ Astinius blieb ruhig. „Ich möchte meinen, einen anderen Mann an deiner Stelle sterben zu lassen, wäre eine Entscheidung, die der Schwarzen Roben würdig ist.“ [...] „Ich habe niemals-“ Er hielt inne. „Mein Gott! Ihr meint Stahl!“ [...] Ein junger Mann in weißen Roben stand schützend über Stahl. In seiner Hand hielt er einen Stab, der von einer Kristallkugel gekrönt war, die in einer Drachenklaue ruhte. „Was hat das zu bedeuten?“ donnerte Ariakan. „Im Namen der Königin der Finsternis, wer seid Ihr?“ „Ich bin der, den Ihr wollt“, sagte der junge Mann mit bebender Stimme, die sich festigte, als er fortfuhr: „Ich bin Palin Majere.“"

- Drachenfeuer -

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