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Als Tochter des Oberhaupts der Qualinesti-Elfen erblickte Lauralanthalasa,
kurz Laurana, das Licht der Welt. Gemeinsam mit ihren Brüdern Gilthanas
und Porthios und dem Halbelfen Tanthalas, auch Tanis genannt, genoß
sie die gute Erziehung im königlichen Haus der Stimme der Sonnen.
Sie verlebte eine behütete Kindheit, in der sie kein wirkliches Leid
kennenlernte. Mit Tanis verbannt sie eine Kinderliebe, die das junge Mädchen
sehr ernst nahm. Allerdings konnte Laurana nicht verstehen, in welchem
Zwiespalt sich der Halbelf, der das Ergebnis einer Vergewaltigung war,
befand. Als Tanis die Elfen verließ und diese kindliche Verlobung
löste, blieb Laurana gekränkt zurück. Zu Beginn des Kriegs
der Lanze gelangten die späteren Helden nach Qualinost und als sie
weiter zogen, verließ Laurana ihre Familie, um sich ihnen anzuschließen.
Sie benahm sich wie ein kleines verzogenes Mädchen, daß nicht
das bekam was es will. Genau das sagte ihr Tanis, der erzürnt über
ihr unreifes Verhalten war. Laurana nahm sich fest vor, allen zu beweisen,
daß sie auf sich selbst aufpassen kann. Sie durchlebte ihre ersten
Kämpfe und tötete ihre ersten Feinde und oft war sie der Verzweiflung
nah. Aber nie jammerte sie, sondern folgte tapfer den Gefährten. Auf
diesen Reisen erfuhr sie auch von der Menschenfrau Kitiara, die einst eine
Gefährtin des Halbelfs gewesen war, und die Eifersucht nagte schwer
an ihr, auch wenn sie es vor den anderen verbarg. Laurana eroberte mit
einigen Gefährten eine Kugel der Drachen in Eismauer und widersetzte
sich wenig später dem Willen ihres Vaters. Silvara, eine Wildelfe,
brachte sie, Gilthanas, Flint und Theros Eisenfeld zu Humas Grabmal, wo
die neuen Drachenlanzen geschmiedet wurden. Die Elfe brachte die Lanzen
den Ritter von Solamnia und erklärte ihre Anwendung. In der Schlacht
am Turm des Oberklerikers führte Laurana die Ritter von Solamnia nach
dem Tode Sturm Feuerklinges an und war siegreich. Die Stadt Palanthas blieb
verschont und die Elfin wurde als der „Goldene General“ gefeiert. Sie hatte
jedoch nie Tanis vergessen, der mit einigen anderen Gefährten vom
Rest der Truppe getrennt worden war. Als Laurana von Kitiaras Bote erfuhr,
daß Tanis angeblich krank bei ihr läge, tappte sie in diese
Falle und begab sich in die Gewalt der Drachenfürstin. Im Tempel von
Neraka stand sie der Dunklen Königin Takhisis von Angesicht zu Angesicht
gegenüber. Auch hier stellte Laurana ihre Stärke unter Beweis.
Von Tanis war sie schwer enttäuscht, den er stand während der
Zeremonie an Kitiaras Seite. Der Halbelf war jedoch nur mit dem Gedanken
beschäftigt, wie er seine wahre Liebe retten kann. Tanis war sich
mittlerweile über seine Gefühle im klaren und wollte sich, ohne
einen Gedanken an die eigene Person, für Laurana opfern. Letztenendes
flohen beide gemeinsam, als der Tempel zusammenbrach. Tanis mußte
einige Überzeugungsarbeit leisten, bis er Laurana klargemacht hatte,
daß er immernoch auf ihrer Seite stand. Als unmündiges, naives
Elfenmädchen verließ Laurana Kanan ihre Familie. Sie wurde,
durch physische und psychische Erlebnisse, schnell erwachsen und zu recht
eine große Heldin genannt. Nach dem Krieg der Lanze heirateten Laurana
und Tanis. Beide wurden fort an zu Botschaftern zwischen den Elfen und Menschen.
Ihre Liebe brachte einen Sohn, Gilthas, hervor.
Zitat
"„Laurana, halt!“ schrie Tanis. Er sprang vor, um sie zu fassen, als
er plötzlich die Spitze ihres Schwertes an seiner Kehle spürte.
„Beweg dich nicht, Tanthalas“, befahl Laurana. Ihre grünen Augen
waren vor Aufregung geweitet, sie hielt die Schwertspitze unbeweglich an
seiner Haut. „Oder du stirbst. Ich töte dich, wenn es sein muß.“
Tanis trat einen Schritt nach vorn. Die scharfe Klinge drang in seine Haut.
Hilflos blieb er stehen. Laurana lächelte traurig. „Siehst du, Tanis?
Ich bin nicht das liebeskranke Kind, das Du kanntest. Ich bin nicht die
Tochter meines Vaters, die am Hofe lebt. Ich bin nicht einmal der Goldene
General. Ich bin Laurana. Und ich werde leben oder sterben, aber so, wie
ich will, und ohne deine Hilfe.“ [...]
„Laurana?“ fragte sie zögernd. Die Elfenfrau trat vor, ihr goldenes
Haar glänzte im Schein des Feuers heller als die Sonne. Obwohl sie
eine blutverschmierte, zerbeulte Rüstung trug, hatte sie die Haltung,
den majestätischen Blick der Elfenprinzessin bewahrt, die Tika vor
vielen Monaten in Qualinesti kennengelernt hatte."
- Drachendämmerung -
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