|
Kitiara Uth Matar war die Tochter eines Söldners, der die Familie
verließ, als sie noch sehr jung war. Das Mädchen vergötterte
ihren Vater und konnte sich nicht mit seinem Fortgehen abfinden. Später
wurden ihre Halbbrüder Caramon und Raistlin geboren, die sie liebte
und für die sie Sorge trug, da ihre Mutter nicht dazu in der Lage
war. Es war auch Kitiara zu verdanken, daß Raistlin am Leben blieb,
denn sie kämpfte verbissen um ihn, obwohl alle das schwache Baby aufgegeben
hatten. Kitiara erteilte Caramon die erste Lehrstunden im Kampf, denn
sie selbst war schon in jungen Jahren eine gute Kriegerin. Die Zwillinge
waren noch im Kindesalter und sie selbst erst dreizehn oder vierzehn, als
sie ihre Familie verließ, um ihren Vater, angeblich ein Ritter, zu
suchen. Sie wurde zur Söldnerin. Als ihre Mutter starb kehrte sie
nach Solace zurück, um Caramon mit sich zu nehmen, doch dieser wollte
Raistlin nicht verlassen. Später zog Kitiara mit einem Teil der späteren
Gefährten der Lanze herum und erlebte viele Abenteuer. Zu dieser Zeit
hatte sie schon eine Affäre mit Tanis dem Halbelf. Sie hatte ihn kennengelernt,
als sie in einen Kampf verwickelt war und er sie aus der vermeintlichen
Notlage retten wollte. Allerdings belehrte sie ihn darauf hin eines besseren
und machte ihm klar, daß sie keine Hilfe nötig hat. Tanis war
von der jungen temperamentvollen Menschenfrau fasziniert und verliebte
sich in sie. Kitiara genoß es, mit ihm zu spielen. Als die Gefährten
sich trennten, zog Tanis, auch wenn es ihm schwer fiel, nicht mit Kitiara
weiter. Allerdings schloß sich Sturm Feuerklinge, der ebenfalls auf
der Suche nach seinem Vater oder wenigstens seinem Erbe war, der Kriegerin
an. Während dieser Zeit wurde wohl auch Kitiaras und Sturms Sohn Stahl
gezeugt. Der ehrwürdige Ritter hatte sich verführen lassen und
Kitiara betrachtete die Schwangerschaft als ihre Strafe. Sie gab das Kind
in die Obhut einer anderen Frau. Zu dem vereinbarten Treffen der Freunde,
fünf Jahre später, erschien Kitiara, zu Tanis‘ Leidwesen, nicht.
Sie hatte sich, wie sich später herausstellte, schon ihrer dunklen
Majestät Takhisis angeschlossen. Dort hatte sie einen Posten als Drachenfürstin
inne und beherrschte ihren blauen Drachen Skie, der ihr unterwürfig
diente. Bei der Schlacht am Turm des Oberklerikers tötete sie Sturm
Feuerklinge und stand das erste Mal der Elfin Laurana gegenüber. Die
Schlacht gewann sie jedoch nicht. Sie verführte Tanis in Treibgut
und brach damit alte Wunden auf. Außerdem befand sie sich auf der
Jagt nach dem Hüter des grünen Juwels, der der Schlüssel
für Takhisis‘ Eintritt auf diese Ebene war. Auch hier versagte Kitiara,
denn die Perechon versank im Strudel des Blutmeeres. Mit einer List lockte
sie Laurana in die Falle und brachte sie nach Neraka, als Geschenk an Takhisis.
Außerdem wollte sie Tanis auf die dunkle Seite ziehen, dieser trachtete
allerdings nur danach, Laurana zu retten. Als der Tempel von Takhisis zusammen
brach, war Kitiaras Macht nicht vollkommen gebrochen. Sie sammelte ihre
Truppen und zog sich nach Sanction zurück. In dieser Zeit erkannte
sie die wahre Macht ihres, bis dahin belächelten, Bruders Raistlin
und wollte seine Hilfe. Raistlin strebte jedoch nach höherem und Kitiara
hatte Angst, daß es auf sie zurückfallen könnte, wenn er
Takhisis angreift und scheitert. Mit der Hilfe ihres Verbündeten Lord
Soth gelang ihr ein Attentat auf Crysania, die jedoch von Paladin errettet
wurde. Raistlin konnte noch immer erfolgreich sein. Also beschloß
sie, die Stadt Palanthas anzugreifen und einzunehmen, um ihren Halbbruder
gebührend empfangen zu können, wenn er durch das Portal zurückkehrt.
Im Turm der Erzmagier traf sie auf Dalamar, dessen Geliebte sie auch schon
gewesen war, der sich ihr aber jetzt in den Weg stellte. Sie versuchte
ihn zu töten, verletzte ihn jedoch nur. Der Dunkelelf verwundete Kitiara,
die von Lord Soth hintergangen wurde, tödlich und ließ sie liegen.
Auch Tanis konnte ihr nicht mehr helfen, als der untote Ritter sie zu sich
holte. Kitiara Uth Matar war eine stolze Frau, die genau wußte was
sie wollte und vor keinem Mittel zurückschreckte. Aber auch bei ihr
hatte sich die Weisheit bewahrheitet, daß das Böse sich immer
gegen sich selbst richtet.
Zitat
"„Seine Liebe will ich nicht.“ Kitiara, die ihre Handschuhe anzog und ihre
Rüstung aufschnallte, lachte kurz auf. „Ich will ihn! Solange sie
lebt, werden seine Gedanken bei ihr und bei seiner noblen Opferbereitschaft
sein. Nein, der einzige Weg, daß er völlig mir gehört,
ist der, ihn unter den Absätzen meiner Stiefel zu zermalmen, bis er
nichts weiter als eine formlose Masse ist. Dann wird er mir von Nutzen
sein.“ [...]
„Ich war gerade stark genug“, flüsterte sie, und ihre Lippen teilten
sich zu jenem verschmitzten Lächeln, das Dalamars Blut in Wallung
brachte. [...] „O Dalamar“, murmelte sie, und er sah, daß sie gleich
ohnmächtig werden würde. [...] Er konnte den Duft ihres Haares
riechen – diesen seltsamen Duft, eine Mischung zwischen Parfüm und
Stahl. [...] Zu spät sah Dalamar, wie ihre braunen Augen aufblitzten.
[...] Zu spät bemerkte er, daß sich ihre Hand ruckartig bewegte,
und dann spürte er nur noch stechenden Schmerz, als sie ihr Messer
in seinen Körper stieß."
- Drachendämmerung - / - Caramons Rückkehr -
|