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Kharas, Namensgeber des legendären Hammers, war vor
dem Zwergentorkrieg ein bekannter, stolzer und mutiger Krieger. Seite an
Seite kämpfte er mit den Solamnischen Rittern in den Goblinkriegen
und verdiente sich so seinen Namen. Durch seinen Mut, seine Kriegskunst
und Tapferkeit, und vor allem seine Ehre im Kampf beeindruckte er die Ritter
dermaßen, daß er von ihnen Kharas genannt wurde. Dies ist die
größte Ehre, die Solamnische Ritter einem erweisen können,
denn „Kharas“ ist solamnisch und bedeutet in der Gemeinsprache
„Ritter“. Kharas war der erste, dem diese Ehre zuteil wurde.
Neben diesem Titel schenkten ihm die Kayolin-Zwerge einen machtvollen,
magischen Hammer, der später als „Hammer von Kharas“ in
die Geschichte eingehen sollte. Die Schattenjahre vergingen, der Zwergentorkrieg
kam. In dieser tragischen Zeit zog der loyale Kharas mit Leid und Trauer
in die Schlacht, die der Beginn einer Katastrophe war. Um seinem Scham,
die Waffe gegen seine eigene Rasse zu erheben, öffentlich Ausdruck
zu verleihen, rasierte er sich seinen Bart, den Stolz eines jeden Zwerges,
ab. Es wird gesagt, daß er auf dem Schlachtfeld weinte, während
er seine Vettern erschlug. Bald schon konnte er es nicht mehr mit ansehen,
wie ein Zwerg den anderen tötete. Mit der Einsicht, daß niemand
diesen blutigen Krieg gewinnen konnte, verließ Kharas das Schlachtfeld,
doch nicht bevor er die geliebten Söhne seines Freundes und Königs
Dunkan fand und mitnahm. Dies rettete ihm sein Leben, denn kurz darauf
vernichtete eine gewaltige Explosion, hervorgerufen durch Raistlin Majeres
Versuch, den Abgrund zu betreten, die Ebene von Dergoth und alles Lebendige
darin. Kharas kehrte zu seinem König zurück und brachte ihm dessen
tote Söhne sowie die schlimme Nachricht vom Ende der Schlacht. Der
König, von Kummer und Trauer zerfressen, erkrankte und starb. Daraufhin
fingen die Zwergenclans an Pläne zu schmieden, ihren eigenen König
über Thorbardin zu etablieren und versuchten reihum, Kharas Gunst
zu erlangen, denn immer noch war er der Held der Zwerge und hochangesehen.
So wurde Kharas zornig, als er sah, wie die Zwerge untereinander um Dunkans
Platz stritten. Mit Dunkans leblosem Körper auf den Armen und seinem
Hammer am Gürtel trat er vor die Zwerge und rief: „Zu spät
lernte Dunkan, daß wir zusammen leben müssen, um nicht zu vergehen!
Viele Jahrhunderte sehe ich vor mir, bis ihr dies gelernt habt - wenn ihr
es überhaupt lernen solltet. Bis zu dieser Zeit werde ich den Körper
meines Königs zur letzten Ruhe tragen. Auch werde ich meinen Hammer
mit mir nehmen, der mir in Ehre, für Ehre, gegeben worden war. Folgendes
verkünde ich nun! Und Reorx sei mein Zeuge! Nur der Zwerg, der diesen
meinen Hammer führt, soll rechtmäßiger König von Thorbardin
sein. Und einzig und allein der, der die Ehre und das Gute seines Volkes
in seinem Herzen trägt, wird den Hammer von Kharas erlangen! Alle
anderen werden umkommen!“ Mit diesen letzten Worten verließ
er den Berg und ward nie mehr gesehen.
Zitat
"Abseits von den anderen stand Kharas, der Held der Zwerge. Hochgewachsen,
prächtig in seiner glänzenden Rüstung, seinen riesigen Hammer
in seinen großen Händen haltend, stand er da und starrte
den Sonnenaufgang an, und wenn ihn jemand angesehen hätte, hätte
er die Tränen bemerkt die über sein Gesicht liefen. [...] Kharas
hatte seinen Bart abrasiert. [...] „Ich kämpfe in dieser Schlacht,
weil Du mir zu kämpfen befohlen hast, Lehnsherr. Ich habe dir meine
Treue geschworen, und ich bin durch meine Ehre gebunden, diesen Schwur
einzuhalten. Aber alle sollen wissen, daß ich zwar kämpfe, aber
keine Ehre darin finde, meine Verwandten zu töten, und auch nicht
die Menschen, die mehr als einmal an meiner Seite gekämpft haben.
Alle sollen wissen: Kharas geht an diesem Tag voller Scham in die Schlacht.“"
- Die Königin der Finsternis -
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