Persönlichkeiten • Freunde der Helden • Lady Crysania

Die Klerikerin Crysania nahm in der Rangfolge der Kirche Paladins einen hohen Platz ein, sie sollte später Elistans Nachfolge antreten.
Die Verehrte Tochter wuchs in Palanthas, in einer wohlhabenden Familie auf. Ihre Eltern hielten die junge Crysania von den Elendsvierteln der Stadt fern, so daß sie nie mit echtem Leid und wahrer Armut in Berührung kam. Doch auch als sie älter wurde, öffnete sie ihre Augen nicht.
Crysania sah sich für Höheres auserkoren, als für Familie und Kinder, nur sah sie ihre wahre Bestimmung noch nicht. Erst als sie voller Skepsis zu einer von Elistans Kundgebungen ging, erkannte sie den Sinn ihres Lebens. Die junge Frau verließ ihre Familie und begab sich in den Schoß der Kirche. Ihr Glaube war stark und sie wußte um ihre Stärken, sie stand in Paladins Gunst. Äußerlich wirkte sie jedoch kalt und bar jeder Emotion.
Ähnlich den Prüfungen die junge Magier ablegen müssen, werden auch junge Kleriker durch ihre Götter auf die Probe gestellt. Diese Prüfung erwartete Crysania mit großem Eifer.
Dann traf sie den Erzmagier Raistlin Majere und nahm dessen Bekehrung, die sie als ihre Prüfung ansah, freudig an. Sie wollte ihn vor sich selber retten und verfiel ihm dabei regelrecht.
Durch die Versammlung der Zauberer im Turm von Wayreth wurde verfügt, daß Crysania in die Zeit des Königspriesters zurück geschickt werden sollte, denn Körper und Geist der Klerikerin waren bei einem Angriff des untoten Ritters Lord Soth durch Paladin getrennt worden, und nur die Kleriker vergangener Zeiten hatten die Macht, beides wieder zusammenzufügen. So gelangte sie in die Zeit direkt vor der Umwälzung und gleichzeitig in Raistlins Einfluß, der nun Fistandantilus geworden war.
Sie wollte ihm helfen die dunkle Königin Takhisis zu besiegen, denn sie dachte wohl, daß mit der Göttin alles Böse vom Angesicht Krynns verschwinden würde.
Schon lange war Crysania gegenüber Raistlins wahrem Streben blind geworden, denn sie hatte sich rettungslos in den Erzmagier verliebt, der sie nur für seine Zwecke benutzte.
Sie folgte ihm in die Zwergentorkriege und durch das Portal in den Abgrund, wo sie ihn mit ihrem Leben und Glauben verteidigte. Als sie ihm sterben lag, ließ Raistlin sie zurück. Caramon rettete sie jedoch und sie überlebte. Allerdings hatte sie ihr Augenlicht verloren. Crysania sah jedoch zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich. Sie hatte die Eigenschaften erworben, die sie davor bewahrten, ein ähnliches Schicksal wie der Königspriester zu erleiden. Die Klerikerin hatte gelernt auch die irdische Welt zu sehen, und nicht nur starr zum Himmel zu blicken.
Nachdem sie ihre Prüfung, nämlich die Reise in die Vergangenheit und in den Abgrund, überstanden hatte, trat sie die Nachfolge von Elistan an.
Crysania aus dem Hause Tarinius ging einen schweren, schmerzhaften Weg, bis sie zu einer menschlichen, weisen und toleranten Persönlichkeit wurde.

© Dominik Zentarra

Zitat

"„Wenn Du wieder einmal deutlich sehen wirst, Crysania, wirst du von der Dunkelheit blind sein... von unendlicher Dunkelheit.“ So hatte ihr Loralon, der Elfenkleriker, vor dem Untergang Istars prophezeit. [...] „Jetzt sehe ich“, flüsterte sie in die Dunkelheit. „Ich sehe so deutlich! Ich habe mich selbst getäuscht! Ich habe ihm nichts bedeutet – ich war nur eine Spielfigur, die er auf dem Brett seines großen Spiels herumschiebt, so wie es ihm beliebt. Und selbst als er mich benutzt hat – habe doch ich ihn benutzt!“ Sie stöhnte. „Ich benutzte ihn, um meinen Stolz, meinen Ehrgeiz zu befriedigen! Meine Dunkelheit hat seine eigene verstärkt! Er ist verloren, und ich habe ihn in seinen eigenen Untergang geführt! Denn wenn er jetzt die Dunkle Königin besiegt, dann nur, um ihren Platz einzunehmen!“"

- Der Hammer der Götter -

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