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Es läge nicht fern zu versuchen, blaue Drachen mit Rittern zu vergleichen.
Es ist kein Zufall, daß so viele Drache-Mensch Verbindungen zwischen
Dunklen Rittern oder Kriegern und blauen Drachen bestehen.
Blaue Drachen sind ehrvolle Kreaturen. Sie halten ihr Wort, wenn sie
es geben und sind loyal zu denen, denen sie sich verbunden fühlen.
Das können Drachenfürsten sein, deren Befehle sie befolgen, ältere
Drachen, auf deren Ratschläge sie hören oder menschliche oder
elfische Gefährten, insbesondere ihren Reitern, zwischen denen ein
Freundschaftsband oder Pakt besteht.
Blaue Drachen sind keine Einzelgänger, auch wenn sie gerne allein
sind. Sie wissen um die Vorteile von Freundschaft und Zusammenarbeit. Sie
tun sich zusammen, planen vorsichtig und genau, und erreichen ihr Ziel
gemeinsam.
Blaue Drachen und ihre Reiter sind in der Regel unzertrennlich. Der
Tod des einen würde den anderen in tiefe Trauer stürzen lassen.
Deshalb beschützt der eine das Leben des anderen, natürlich im
jeweils möglichen Rahmen. Gegenseitiger Respekt und Vertrauen sind
Voraussetzung für eine derartige Beziehung.
Wie solamnische oder nerakanische Ritter sind blaue Drachen sehr mutig
und intelligent, besonders im Kampf. Sie haben es nicht nötig irgendwelche
schmutzigen Tricks anzuwenden, ihre gekonnte Strategie und Kampftaktik
macht sie zu überlegenen Gegnern. Physisch sind sie, nach den roten,
die zweitgrößten Drachen und sind durch ihre Intelligenz fähig
viele und mächtige Zauber zu wirken, die sie auch gekonnt einsetzen.
Sie verschwenden ihre kostbare Odemwaffe nicht, wie rote Drachen es gerne
tun, um damit zu protzen. Auch unterschätzen sie keineswegs ihre Gegner
und suchen lieber Hilfe bei Verbündeten, als zu voreilig alleine etwas
zu unternehmen. Das bedeutet allerdings nicht, daß blaue Drachen
geduldige Kreaturen seien. Ganz im Gegenteil: Gerade ihre Ungeduld macht
sie zu derart aktiven Taktikern und Strategen. Sie überlegen sich
ihr Vorgehen jederzeit bis ins kleinste Detail und versuchen ihren Gegenspielern
immer um einige Schritte voraus zu sein.
Die Odemwaffe eines blauen Drachen ist ein mächtiger Blitzstrahl,
der sein Ziel mit der kraftvollsten Gewalt der Natur zielsicher zerstört.
Die natürlichen Äquivalente in einem Sturm werden von ihnen geliebt,
sie schwelgen geradezu in Blitz und Donner. Nicht nur wegen dem machtvollen
Klang des Titels hat sich Khellendros, der Große Blaue Drache, seinen
Namen „Sturm über Krynn“ gegeben. Denn tatsächlich ist sein donnerndes
Gebrüll, gepaart mit dem Atmen der Blitze, vergleichbar mit den Gewalten
eines Sturms.
Der bevorzugte Lebensraum der blauen Drachen sind Wüsten. Sie
lieben die heißen Tage und kalten Nächte und ganz besonders
die Abgeschiedenheit. Die Ödnis der Wüste gibt ihnen den nötigen
Überblick über das Territorium, das sie bewohnen und vor allem
kontrollieren wollen. Nichts darf bei blauen Drachen dem Zufall überlassen
werden. Schon gar nicht unbemerktes Eindringen in ihr Reich.
In der Regel haben blaue Drachen ihren Hort und Schlafplatz in tiefen,
oft selbstangelegten Höhlen inmitten der Wüsten. Sehr geschickt
und effektiv getarnt sind die Eingänge, so daß sie Feinden keine
Hinweise auf die Zahl der blauen Drachen in einer Wüste hinterlassen.
Den Feind nicht unterschätzen, aber ihn seinerseits ruhig im falschen
Glauben lassen lautet die Devise. Kontrolle ist alles.
Blaue Drachen bilden gemeinsam eine starke Macht. Und dessen sind sie
sich bewußt. Deswegen respektieren sie auch die Ritter von Neraka
und arbeiten mit ihnen zusammen. Wie auch die Dunklen Ritter haben sie
nichts für Schwäche und Feigheit übrig, nutzen ihre und
verbündete Kräfte jedoch trotzdem so effektiv wie möglich.
Ab und an, besonders wenn ein großer Sturm aufkommt, verbringen
die blauen Drachen ihre Tage und Nächte am liebsten in schwindeliger
Höhe hoch oben auf den Spitzen der höchsten Berge, von denen
sie eine fantastische Sicht auf den unter ihnen tobenden Sturm haben.
Die dichten schwarzen Wolken, die für die Unglücklichen darunter
das gesamte Mond- und Sternenlicht verschlucken, das Zucken der Blitze,
die wie Schwerter der Natur den Himmel durchschneiden und in die Erde Krynns
stoßen, der berauschende Ozongeruch, der dem Drachen anregend in
die Nüstern steigt, die donnernde Symphonie des Sturms, die die Seele
eines blauen Drachen in höchstem Maße in Verzückung bringt.
Der Krieg der Lanze
Wegen der guten Zusammenarbeit der blauen Drachen mit den Kriegern und
Drakoniern war die blaue Drachenarmee militärisch gesehen sehr effektiv.
Geführt von der Drachenfürstin Kitiara Uth Matar, die respektvoll
„Blaue Lady“ genannt wurde, stieß die Drachenarmee tief ins solamnische
Feindesland. Die zerstörerischen Blitze der blauen Drachen waren sehr
wirkungsvoll gegen die solamnischen Festungen.
Zuvor waren Regimenter der blauen Drachenarmee an dem Fall von Silvanesti
beteiligt.
Die Schlacht um den Turm des Oberklerikers, der letzten solamnischen
Festung vor der Stadt Palanthas, markierte den Endpunkt des Blauen Feldzuges.
Mit Hilfe der Drachenkugeln auf Seiten der solamnischen Ritter erlitt die
Armee der Drachenfürstin eine bittere und entscheidende Niederlage.
Das Zeitalter der Sterblichen
Der Große Blaue Drache Khellendros beherrscht das, nach dem Großen
Roten Malystryx, zweitgrößte Reich auf Ansalon, das sich über
das gesamte Gebiet nördlich vom Vingaard-Fluß erstreckt. Damit
herrscht er über das Vingaard Gebirge, die nördlichen Ebenen
von Solamnia, die Nördliche Einöde und hat die Kontrolle über
den Turm des Oberklerikers sowie Palanthas und die Bucht von Branchala.
Durch seine magische Macht hat Khellendros die gesamte Landschaft seines
Reiches in eine riesige Wüste verwandelt, so wie er es als blauer
Drache am liebsten hat.
Unter Menschen als Skie oder „Sturm über Krynn“ bekannt, war er
früher der Drache und Gefährte von Kitiara Uth Matar.
Er ist der einzige unter den fünf größten farbigen
Drachen, dessen Ursprung in Ansalon liegt. Seine Intelligenz hat ihn zu
Malys gefährlichstem Rivalen gemacht. So war Khellendros der erste
der Großen Drachen, der das Ritual zur Erschaffung der Drachenbrut
entwickelte, eine gräßliche Verschmelzung von Drakoniern und
Menschen zu neuen, machtvollen, magischen Monstern.
Über ein viel kleineres Reich herrscht Stenndunuus, von den Einwohnern
seiner Länder „Donner“ genannt. Er kontrolliert das südöstliche
Viertel der Staubebenen. Sein Besitz hätte größer sein
können, doch unterlag er in einem letzten Kampf dem messingfarbenen
Drachen Iyesta, so daß er das Gebiet östlich vom Torath-Fluß
ihr überlassen musste. Die Feindschaft zu Iyesta und die karge, unfruchtbare
und nahezu verlassene Landschaft seines Reiches machen ihm sehr zu schaffen.
Taladas
Es gibt nur relativ wenige blaue Othlorx auf Taladas.
Die ehrenvolle und loyale Haltung der blauen Drachen brachte die meisten
von ihnen dazu, dem Ruf Takhisis zu folgen. Nur wenige der Drachen fanden
einen Weg sich dem Dienst an ihrer Göttin zu entziehen oder hatten
Verpflichtungen in Taladas, die sie an diesen Kontinenten banden. So konnten
die Drachen, die nicht an dem Lanzenkrieg teilnehmen wollten, ohne ihre
Ehre zu verlieren, eben diesem auch entgehen.
Der Fluch der Finsteren Königin ließ den zurückgebliebenen
blauen Drachen ihre Rechtschaffenheit bis ins extreme wachsen. Die blauen
Othlorx sind seitdem auf magische Art und Weise an jedes einzelne Wort
gebunden, das sie von sich geben. Dabei ist die eigentliche Intention völlig
irrelevant. Nur das gesprochene Wort zählt, und der Fluch der Takhisis
zwingt sie dazu, ihre Worte zu erfüllen, was immer die Konsequenzen
auch sein mögen.
Dieser Fluch hat die blauen Othlorx zu sehr zurückhaltenden Wesen
gemacht, die sehr genau überdenken müssen, was sie nun äußern.
In ihrer Zurückhaltung brodelt es tief in ihrem Innern, die Wut auf
die Ursache dieses Fluchs ist groß. Sie benutzen alle ihre gegebenen
Möglichkeiten um Menschen, gleich wer es ist, zu verletzen und Leid
anzufügen. Denn Menschen haben nach Meinung der blauen Othlorx sowieso
die Schuld an allen Kriegen, bei denen Drachen beteiligt waren. Außerdem
ist Takhisis für sie unerreichbar, und irgendwer muß ja als Ventil
für ihre angestaute Wut über ihre leidliche Situation herhalten.
Somit sind besondere, nicht auf Hass wurzelnde, Beziehungen zu Menschen
für die blauen Othlorx undenkbar.
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